"Nahe an der roten Linie" Frankreich warnt Iran vor Ausweitung der Uran-Anreicherung

Nach der Aufkündigung des Atomdeals durch die USA will Teheran die Zahl der Uran-Zentrifugen erhöhen. Das Vorgehen sorgt international für Kritik. Paris warnt vor Konsequenzen.

Jean-Yves Le Drian
AFP

Jean-Yves Le Drian


Frankreich Außenminister hat Irans angekündigte Ausweitung der Uran-Anreicherung scharf kritisiert und die Führung in Teheran vor Konsequenzen gewarnt. Sollte das Land seine Ankündigung wahr machen, bewege es sich nahe an der "roten Linie", sagte Jean-Yves Le Drian im Sender Europe 1.

"Es ist immer gefährlich, mit der roten Linie zu flirten", sagte Le Drian. Zugleich bekräftigte er, die Europäer wollten weiter am Atomabkommen mit Iran festhalten.

Le Drian reagierte mit seiner Aussage auf die Ankündigung des Chefs der Atombehörde, Ali Akbar Salehi, man habe mit den Vorbereitungen zum Bau leistungsstärkerer Zentrifugen begonnen. Damit soll Uran angereichert werden.

Iran hatte in der Folge des internationalen Atomabkommens von Juli 2015 die Zahl seiner Zentrifugen in Natanz und der Urananreicherungsanlage Fordo deutlich reduziert. Zudem sagte Iran zu, Uran nicht länger auf 20 Prozent anzureichern. Die Anreicherung auf 20 Prozent ist ein wichtiger Schritt zur Produktion von atomwaffenfähigem Uran. Im Gegenzug für die Zugeständnisse Irans wurden die internationalen Sanktionen seinerzeit aufgehoben.

Die USA haben den Atomvertrag von 2015 mit Iran aufgekündigt und wollen wirtschaftliche Sanktionen wieder in Kraft setzen, von denen auch europäische Firmen betroffen sein könnten. Die anderen Mitunterzeichner Großbritannien, Frankreich, Deutschland, China und Russland halten an dem Vertrag fest.

Israel, das nicht zu den Unterzeichnern des internationalen Abkommens gehört, lehnt den Vertrag vehement ab. Die Regierung in Jerusalem wirft dem Regime in Teheran vor, heimlich immer an seinen Atom-Plänen festgehalten zu haben.

mho/AFP



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