193 Versuche im Südpazifik Frankreich wegen Atomwaffentests in Den Haag verklagt

Der Vorwurf: Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Frankreich ist vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen seiner früheren Atomwaffentests im Südpazifik verklagt worden.

Ehemaliges französisches Atomtestgelände im Südpazifik
AFP

Ehemaliges französisches Atomtestgelände im Südpazifik


Dreißig Jahre lang nutzte Frankreich das Mururoa-Atoll und das Fangataufa-Atoll im Südpazifik für Atomwaffentests - insgesamt 193 mal. Nun ist deshalb vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag Klage gegen das Land erhoben worden.

Der Vorwurf laute auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sagte der polynesische Unabhängigkeitsaktivist Oscar Temaru in New York bekannt, der die Klage eingereicht hat. "Das sind wir all den Menschen schuldig, die als Folge des Atom-Kolonialismus gestorben sind."

Mit der bereits am 2. Oktober in Den Haag eingereichten Klage sollten alle noch lebenden französischen Präsidenten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte der frühere Präsident von Französisch-Polynesien.

"Atomversuche direkte Folge einer Kolonialisierung"

"Für uns sind die französischen Atomversuche die direkte Folge einer Kolonialisierung. Anders als von Frankreich behauptet, haben wir nicht akzeptiert, dass die Tests bei uns vorgenommen werden", so Temaru. "Sie wurden uns mit der Drohung der Einrichtung einer Militärregierung aufgedrängt."

Zahlreiche Krebserkrankungen in der Region werden mit den umstrittenen Tests in Verbindung gebracht. 2010 wurde per Gesetz ein Mechanismus für Entschädigungen eingerichtet. Opferverbänden geht das aber nicht weit genug.

dop/AFP



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