Frankreich Zehntausende demonstrieren gegen Macron

Viele Franzosen sind zunehmend unzufrieden mit Präsident Macron. Gewerkschaften und linke Parteien riefen zu Demos im ganzen Land auf - und sprechen von 250.000 Teilnehmern.

Demonstranten in Paris
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Demonstranten in Paris


In Paris und Dutzenden anderen französischen Städten wie Marseille, Lyon und Montpellier haben am Samstagnachmittag Zehntausende gegen den Reformkurs von Staatspräsident Emmanuel Macron demonstriert. Nach Angaben von Gewerkschaften gingen landesweit 250.000 Menschen auf die Straße. Zu den Kundgebungen hatten mehr als 60 Gruppen aufgerufen, darunter nicht nur Gewerkschaften, sondern auch Parteien aus dem linken Lager.

Allein in der Hauptstadt versammelten sich nach Angaben der Veranstalter mehr als 80.000 Menschen zu einem Protestzug, der von einem Großaufgebot der Polizei begleitet wurde. Die Behörden sprachen von nur 21.000 Teilnehmern. Viele hatten Plakate und Transparente dabei.

Die Organisatoren der Demos werfen Macron eine Politik "zugunsten der Reichsten" und soziale Kälte vor. Für Reiche gebe es Steuererleichterungen, während gleichzeitig Personal in Krankenhäusern oder bei der Polizei fehle. Bereits vor drei Wochen hatte es in Frankreich ähnliche Proteste gegeben, an denen sich landesweit Zehntausende Menschen beteiligt hatten.

Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Frankreichs (PCF), Pierre Laurent, nannte den Staatschef am Samstag bei der Demonstration in Paris "arrogant" und warf ihm "autoritäre Methoden" vor.

Macron selbst gab sich unbeeindruckt. Die Proteste würden ihn "nicht aufhalten", sagte er am Freitag bei einem Besuch im russischen St. Petersburg.

vet/AFP/Reuters

insgesamt 52 Beiträge
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i.dietz 26.05.2018
1. Grüße nach Frankreich
Die Arbeitnehmerschaft in FR weiß, wie man Demos organisiert ! Wer gibt schon gerne und freiwillig irgendwelche Privilegien auf ?
th.diebels 26.05.2018
2. Jahrelanges genießen von Wohltaten
sind letztendlich durch Tarifverhandlungen zustande gekommen ! Warum sollten die Arbeitnehmer also freiwillig auf einiges verzichten ? Fakt ist doch wohl, dass noch nicht einmal Politiker (freiwillig) bereit sind, irgendwelche Privilegien abzugeben !
qmsysteme 26.05.2018
3. Voraussehbarer
Die Entwicklung in Frankreich war doch von Anfang an vorauszusehen. Hat sich denn keiner gefragt wer den Herrn Macron finanziert hat. Und eben diese Leute wollen jetzt eine Rendite sehen.
cyberpommez 26.05.2018
4. soso
Die Proteste werden ihn nicht aufhalten? Das ist seine Reaktion? Hört sich eher nach Erdogan an und zeigt was Macron von Demokratie und seinem Volk hält. Hoffentlich kam man sich auf die Franzosen verlassen und sie schicken Macron früh in Rente, bevor der Goldman Sachs Mann sein Werk vollbracht hat.
Watschn 26.05.2018
5. Das wirts. weniger produktive Frankreich wäre mit Franc besser dran...
Mit der eigenene Währung kann man diese Produktivitätsunterschiede (z.B durch eine Franc-Abwertung) viel besser u. sozialverträglicher ausgleichen. Im Euro geht dies nicht. Man ist an eine einheitl. europ. Währungs- , Zins-, Inflations-, u. Geldpolitik fest angebunden. Was bedeutet, dass Landesweit nur eine - innere Abwertung - =Deflation, Preissenkungen, Lohnsenkungen, Rentensenkungen, Pensionssenkungen, Sozialsystemsenkungen, Standardsenkungen (Rentenaltererhöhung) möglich ist. Meistens gekoppelt mit verheerenden Abgabeerhöhungen wie staatl. Steuern, Gebühren, Treibstoffzoll, Energie usw. , was die ökon. Probleme verschärft (Deflation, Konkurse, keine Preismacht, Deindustrialisierung, Arbeitslosigkeit, Depression). Siehe Griechenland. Was nützen (eh gekürzte) Euros für die Rentnergeneration, wenn die griech.; ua. ital., span., port., zypr., oder französische Jugend keine Arbeit hat, u. man sich somit an der jung. Generation vergeht? Stellt man sich diese Fragen auch in der EZB, in Brüssel (Juncker, Tusk & Co.), bei der sog. Eurogruppe, bei den Euro-Finanzministern, bei den Verantwortlichen?
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