Französische Arbeitsrechtsreform Nach langem Sterben endgültig tot

Sieg auf der ganzen Linie für die Demonstranten: Nach wochenlangen Protesten gegen die geplante Lockerung des Kündigungsschutzes für junge Leute ist nun endgültig Schluss mit der Reform. Die französische Regierung will das umkämpfte Gesetz "sofort" durch eine Neuregelung ersetzen.


Paris - Das langsame Sterben des Erstanstellungsvertrages CPE hatte mit der TV-Ansprache von Staatspräsident Jacques Chirac vor einer Woche begonnen. Damals hatte er Änderungen an dem Werk angekündigt.

Heute verkündete die französische Regierung nun das endgültige Aus. Gewerkschaften und Unternehmerverbände sollten umgehend eingeladen werden, über das Gesetz zur Berufseingliederung junger Menschen zu diskutieren. Dies teilte der ehemalige Sozialminister und Berater des UMP-Parteichefs Nicolas Sarkozy, François Fillon, heute mit.

Spitzenvertreter der Regierungspartei UMP in Nationalversammlung und Senat hatten seit gestern Änderungen beraten. Die Gewerkschaften hatten der Regierung ein Ultimatum bis nächste Woche gestellt.

Der CPE sah für junge Jobeinsteiger zwei Jahre Probezeit mit der Möglichkeit von Kündigungen ohne Grund vor. Dagegen gingen in den vergangenen elf Wochen Millionen Franzosen auf die Straßen. Chirac hatte das umstrittene Gesetz am vergangenen Wochenende offiziell verkündet, zugleich aber Nachbesserungen angeordnet. Das neue Gesetz soll dem Vernehmen nach vom Minister für Sozialen Zusammenhalt, Jean-Louis Borloo, formuliert werden, der dem CPE von Anfang an kritisch gegenüber stand.

ler/dpa/AFP



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