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Europäischer Gerichtshof: Französische Bürgermeister planen Klage gegen Homo-Ehe

Demo gegen Homo-Ehe (Archivbild): Klage angedroht Zur Großansicht
REUTERS

Demo gegen Homo-Ehe (Archivbild): Klage angedroht

Sie wollen keine gleichgeschlechtliche Paare trauen: 14 französische Bürgermeister planen Schritte gegen die Homo-Ehe in ihrem Land. Ihr Ziel ist ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Paris - Seit einem Dreivierteljahr ist die Ehe unter Menschen gleichen Geschlechts in Frankreich erlaubt. Tausende Paare haben von ihrem Recht Gebrauch gemacht. Doch der Widerstand im Land hält sich hartnäckig. Das belegt ein Fall, der schon bald den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte beschäftigen könnte

Genau diesen wollen 14 französische Bürgermeister einschalten - wegen ihrer Ablehnung der Homo-Ehe. Das kündigten die Stadtoberhäupter, die partout keine Trauungen von Homosexuellen abhalten wollen, am Freitag in Paris an.

Der französische Verfassungsrat hatte im Oktober entschieden, den Bürgermeistern keine Klausel über Gewissensfreiheit im Fall der Homo-Ehe zuzugestehen. Nun wollen sie am Montag vor dem Europäischen Gerichtshof klagen.

Frankreich hatte die sogenannte Ehe für alle im Mai 2013 nach monatelangen Protesten erlaubt. In der Woche nach der Einführung war es bei Demonstrationen in Paris zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. 150.000 Menschen hatten dort gegen die neue Regelung protestiert. Fast 300 Menschen nahmen die Sicherheitskräfte damals vorübergehend in Gewahrsam.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 7000 Homo-Ehen in Frankreich geschlossen. Die gleichgeschlechtliche Ehe war zentrales Wahlversprechen von Präsident François Hollande gewesen. Die konservative Opposition und die katholische Kirche liefen Sturm gegen das Vorhaben. Radikale Gegner, vor allem aus dem rechtsextremen Lager, haben angekündigt, weiter gegen die umstrittene Reform kämpfen zu wollen.

jok/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1.
Atheist_Crusader 21.02.2014
Zitat von sysopREUTERSSie haben so gar keine Lust, gleichgeschlechtliche Paare in den Hafen der Ehe zu lotsen: 14 französische Bürgermeister wollen rechtlich gegen die Homo-Ehe in ihrem Land vorgehen. Sie meinen es offenbar ernst - ihre Klage soll beim Europäischen Gerichtshof landen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/franzoesische-buergermeister-klagen-gegen-homo-ehe-a-954999.html
Wäre es nicht viel einfach, sich einfach auf den Marktplatz zu stellen und zu sagen: "Ich wäre viel lieber im 18. Jahrhundert geboren!"? Ich meine, was glauben diese Leute denn, was die Homo-Ehe schlimmes auslöst? Die traditionelle Familie zerstören? Als ob eine Alternative weniger das Ganze wieder populär machen würde. Die Heiligkeit der Ehe besudeln? Sicher, nach all den Scheidungen und Ehebrüchen bekannter Konservativer glaube ich denen ja total, dass sie sich mit sowas beschäftigen. Uns vor Gottes Zorn bewahren? Wenn der die Menschheit bisher schon nicht ausgelöscht hat, dann bezweifle ich, dass das das Zünglein an der Wage wird. Hier wird einfach nur versucht, persönliche Abneigungen und Vorurteile mit populistischem und/oder religiösem Gewäsch reinzuwaschen. Und anders als z.B. bei den Schweizern zuletzt, geht es ja noch nicht einmal um angebliche wirtschaftliche Nachteile oder sonst einen Schaden den man davon tragen würde. Es geht einfach nur darum, dass es manchen Leuten unerträglich ist, dass Jemand der anders ist als sie die gleichen Rechte haben soll.
2.
JohannaPink 21.02.2014
Das Übliche: Alte weiße Männer fühlen sich in ihren Menschenrechten dadurch beeinträchtigt, dass - oh Schreck - die Welt sich ändert und andere Leute auf einmal genauso viele Menschenrechte wollen wie sie. Oh Gott, erst sind überall Frauen, dann kommen die Ausländer und jetzt auch noch - igitt - Schwule! Bald dürfen Hetero-Männer gar nichts mehr - nicht mal diskriminieren darf man noch ungestört! So gemein! Ich heule gleich vor Mitleid.
3. Gut
philip_han 21.02.2014
Zitat von sysopREUTERSSie haben so gar keine Lust, gleichgeschlechtliche Paare in den Hafen der Ehe zu lotsen: 14 französische Bürgermeister wollen rechtlich gegen die Homo-Ehe in ihrem Land vorgehen. Sie meinen es offenbar ernst - ihre Klage soll beim Europäischen Gerichtshof landen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/franzoesische-buergermeister-klagen-gegen-homo-ehe-a-954999.html
Endlich mal Politiker, die sich trauen die Meinung eines Teils der Bevölkerung wirklich ernst zu nehmen. Meinungsfreiheit heißt auch, dass man gegen eine Ehe unter Homosexuellen sein kann, ohne dafür beschimpft zu werden. Ich sehe ebenfalls keinen Sinn in einer Homo-Ehe und befürworte sie deswegen auch nicht. Und diese Meinung steht mir zu.
4. Gründe?
JnHDK 21.02.2014
Ich frage mich wirklich was der ausschlaggebende Punkt für diese Leute ist, Menschen anderer Orientierung die gleichen Rechte abzusprechen die sie genießen. Sie verlieren ja nichts dadurch, ausser der staatlichen Versicherung, dass sie besser wären als homosexuelle Mitbürger und somit mehr Privilegien in Anspruch nehmen dürfen.
5. das war's wohl mit dem Zeitalter der Aufklärung
syracusa 21.02.2014
Zitat von sysopREUTERSSie haben so gar keine Lust, gleichgeschlechtliche Paare in den Hafen der Ehe zu lotsen: 14 französische Bürgermeister wollen rechtlich gegen die Homo-Ehe in ihrem Land vorgehen. Sie meinen es offenbar ernst - ihre Klage soll beim Europäischen Gerichtshof landen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/franzoesische-buergermeister-klagen-gegen-homo-ehe-a-954999.html
Es steht doch jedem frei, gegen Homosexualität zu sein. Und natürlich kann niemand gezwungen werden, Homosexuelle zu trauen. Wer das nicht will, der soll halt nicht Bürgermeister werden. *Ein Bürgermeister ist doch nicht nur Bürgermeister für die Bürger, deren Lebenswandel seinen Moralvorstellungen entspricht!* Wo kämen wir denn hin, wenn ein Bürgermeister seine Pflichten nicht erfüllt, nur weil er dagegen ist, dass Jeanne den Jean oder Jean den Jean heiratet? Darf dann ein Bürgermeister, der gegen Oralsex ist, auch einem Paar die Trauung verweigern, die das tun wollen, sobald sie verheiratet sind? Die spinnen doch, diese französischen Möchtegernbürgermeister.
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