Militäreinsatz in Westafrika: Französischer Soldat in Mali getötet

Beim Kampf französischer Truppen gegen Islamisten in Mali kam ein Soldat ums Leben - der zweite seit Beginn des Einsatzes. Er fiel im Norden des Landes. Am Mittwoch berät der Bundestag über den erweiterten Bundeswehr-Einsatz in Mali.

Französische Soldaten in Mali: Der Einsatz forderte das zweite Todesopfer Zur Großansicht
REUTERS

Französische Soldaten in Mali: Der Einsatz forderte das zweite Todesopfer

Mali - Bei einem Gefecht in Mali ist ein französischer Soldat getötet worden. Er ist das zweite Todesopfer seit Beginn des Militäreinsatzes in dem westafrikanischen Land vor rund fünf Wochen.

Nach Angaben von Frankreichs Staatschef François Hollande wurde der Soldat am Dienstag bei Kämpfen im nordmalischen Ifoghas-Gebirge getötet. Laut dem Pariser Verteidigungsministerium wurden auch mehr als 20 Islamisten getötet.

Französische Spezialkräfte hätten sich im Ifoghas-Gebirge, "wohin die terroristischen Gruppen sich zurückgezogen haben", Gefechte mit Islamisten geliefert, sagte Hollande am Rande eines Griechenland-Besuchs in Athen. Dabei sei ein Fallschirmjäger der französischen Fremdenlegion getötet worden. Der Elysée-Palast erklärte seine "tiefe Betroffenheit" über den Tod des Soldaten.

Das Verteidigungsministerium in Paris erklärte, rund 150 französische und malische Soldaten hätten am Montag einen Einsatz in dem Gebirgsmassiv begonnen. Ziel der "Operation Panther" sei es gewesen, Islamisten in ihrem Rückzugsgebiet aufzuspüren.Die Soldaten seien am Dienstag kurz vor Mittag von Islamisten attackiert worden, dabei sei der französische Fremdenlegionär tödlich getroffen worden. Bei den Gefechten, in die auch zwei französische Kampfjets eingriffen, seien "mehr als 20" Islamisten getötet worden. Zudem seien Stellungen der Islamisten zerstört worden.

Der erste Soldat starb am ersten Tag der Gefechte

Seit Beginn des französischen Militäreinsatzes gegen Islamisten in Mali am 11. Januar war bislang nur ein französischer Soldat getötet worden, ein Hubschrauberpilot, der am ersten Tag der Gefechte starb. Seitdem wurden die Islamisten aus den wichtigsten Städten im Norden Malis vertrieben, sie haben sich aber in schwer zugängliche Gebiete zurückgezogen, unter anderem in das Ifoghas-Gebirge, oder sind in Nachbarstaaten geflüchtet.

Vor der Bekanntgabe des Todes des Soldaten am Dienstag hatte der malische Regierungschef Diango Cissoko bei einem Besuch in Paris gesagt, die "großen Militäreinsätze" in Mali stünden vor dem Abschluss. Nun stehe die "Sicherung der befreiten Zonen" an. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius warnte nach dem Treffen mit Cissoko aber, es stünden noch "harte Operationen" an. Es seien noch nicht alle Extremisten "ausgeschaltet" worden.

Am Mittwoch beschäftigt sich der Deutsche Bundestag in erster Lesung mit dem erweiterten Mali-Einsatz der Bundeswehr. Die endgültige Abstimmung ist demnach Ende kommender Woche geplant. Am Dienstag hatte das Kabinett beschlossen, die Truppe für den internationalen Militäreinsatz im westafrikanischen Krisenstaat Mali von derzeit etwa 70 auf bis zu 330 Soldaten aufzustocken.

Die Bundeswehr soll sich insbesondere an der Ausbildung von Regierungstruppen für den Kampf gegen islamistische Extremisten beteiligen. Auch bei der Betankung französischer Kampfjets in der Luft sollen deutsche Soldaten helfen. Die Zustimmung des Parlaments für die beiden Mandate gilt als sicher.

mia/afp/dpa/Reuters

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. France on the march
seneca55 20.02.2013
2 tote Fremdenlegionäre in Mali innerhalb der ersten 6 Wochen der Kampagne gegen die Islamisten/Touaregs. Wie viele Islamisten im Wüstensand der Sahara auf der Strecke blieben und den Märtyrertod empfingen, ist unbekannt. Jetzt wird von Pres. Hollande begradigt, was Sarkozy in seiner Libyen-Kampagne losgetreten hatte. Bon chance Bundeswehr! Ab März seid ihr mit dabei und auf den Spuren eurer Urgroßväter als Afrika-Korps2 reloaded!
2. Lose-lose-Situation
seine-et-marnais 20.02.2013
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEBeim Kampf französischer Truppen gegen Islamisten in Mali kam ein Soldat ums Leben - der zweite seit Beginn des Einsatzes. Er fiel im Norden des Landes. Am Mittwoch berät der Bundestag über den erweiterten Bundeswehr-Einsatz in Mali. http://www.spiegel.de/politik/ausland/franzoesischer-soldat-in-mali-getoetet-a-884408.html
Der 'Westen' hat sich da in eine Lose-lose-Situation manövriert. Man hätschelt die Mächte um dort günstig Öl ein- und Panzer zuverkaufen, gilt für D wie für F, die finanziell all diese Bewegungen zB in Mali finanzieren. In Libyen hat man ja keine Ruhe gegeben bis die an an die Macht gebombt waren, in Syrien unterstützt man aus 'humanitären' Gründen genau diese Bewegung. Der Preis der dafür zu zahlen ist allerdings hoch sind die Leben von Soldaten, ich spreche nicht einmal von der Zivilbevölkerung die unter diesem Konflikt leidet. Und ich spreche auch nicht von den Problemen die in Europa auf uns zukommen.
3. Märtyrertod ist da wohl übertrieben
Koda 20.02.2013
Zitat von seneca552 tote Fremdenlegionäre in Mali innerhalb der ersten 6 Wochen der Kampagne gegen die Islamisten/Touaregs. Wie viele Islamisten im Wüstensand der Sahara auf der Strecke blieben und den Märtyrertod empfingen, ist unbekannt. Jetzt wird von Pres. Hollande begradigt, was Sarkozy in seiner Libyen-Kampagne losgetreten hatte. Bon chance Bundeswehr! Ab März seid ihr mit dabei und auf den Spuren eurer Urgroßväter als Afrika-Korps2 reloaded!
Wenn man -noch dazu freiwillig- in den Kampf zieht und dabei getötet wird, hat das wenig mit Märtyrertod zu tun als vielmehr damit, dass man die Konsequenzen dafür trägt, ein Risiko eingegangen zu sein. Abgesehen davon, ist es doch ein Witz anzunehmen, nach dme Einzhug ins Paradies von 70 Jungfrauen erwartet zu werden die man sich nach Belieben nehmen darf und die trotzdem jungfräulich bleiben sollen. Was soll das für ein Heilsversprechen sein? Die Playboy Mansion von Hugh Hefner oder das Pascha in Köln? Nach der Zählweise Afrika-Korps 3, denn in Somalia war die Bundeswehr auch schon. Abgesehen davon war das Afrika-Korps im zweiten Weltkrieg unter anderen politischen Bedingungen und mit größerer Mannstärke (alt- oder normaldeutsch für "Manpower") angetreten und mit einem anderen Ziel: damals ging es nur darum einem "Land 1" -Italien- ein von ihnen besetztes anderes "Land 2" -Libyen- gegen ein weiteres kriegführendes "Land 3"-Großbritannien- zu verteidigen, die selber vom "Land 1" in einem weiteren besetzten "Land 4" -Ägypten- angegriffen wurden. In Mali geht es nur darum, dem Land selber gegen Extremisten und Banditen zu helfen, die zum Teil aus anderen Ländern einsickerten.
4. Dann erzählen Sie uns doch mal,
Tevje 20.02.2013
Zitat von seine-et-marnaisDer 'Westen' hat sich da in eine Lose-lose-Situation manövriert. Man hätschelt die Mächte um dort günstig Öl ein- und Panzer zuverkaufen, gilt für D wie für F, die finanziell all diese Bewegungen zB in Mali finanzieren. In Libyen hat man ja keine Ruhe gegeben bis die an an die Macht gebombt waren, in Syrien unterstützt man aus 'humanitären' Gründen genau diese Bewegung. Der Preis der dafür zu zahlen ist allerdings hoch sind die Leben von Soldaten, ich spreche nicht einmal von der Zivilbevölkerung die unter diesem Konflikt leidet. Und ich spreche auch nicht von den Problemen die in Europa auf uns zukommen.
wieviel Öl wir jährlich in Mali kaufen und wie viele Panzer welcher Art in den vergangenen 60 Jahren von uns gekauft hat. Oder meinten sie Lybien? Die haben allerdings ihre Waffen vornehmlich in der Sowjetunion bzw. in Rußland gekauft, also eher nicht bei uns. Oder wieviel Uran Mali jährlich produziert...
5. SgHerr Koda,
seneca55 20.02.2013
Zitat von KodaWenn man -noch dazu freiwillig- in den Kampf zieht und dabei getötet wird, hat das wenig mit Märtyrertod zu tun als vielmehr damit, dass man die Konsequenzen dafür trägt, ein Risiko eingegangen zu sein. Abgesehen davon, ist es doch ein Witz anzunehmen, nach dme Einzhug ins Paradies von 70 Jungfrauen erwartet zu werden die man sich nach Belieben nehmen darf und die trotzdem jungfräulich bleiben sollen. Was soll das für ein Heilsversprechen sein? Die Playboy Mansion von Hugh Hefner oder das Pascha in Köln? Nach der Zählweise Afrika-Korps 3, denn in Somalia war die Bundeswehr auch schon. Abgesehen davon war das Afrika-Korps im zweiten Weltkrieg unter anderen politischen Bedingungen und mit größerer Mannstärke (alt- oder normaldeutsch für "Manpower") angetreten und mit einem anderen Ziel: damals ging es nur darum einem "Land 1" -Italien- ein von ihnen besetztes anderes "Land 2" -Libyen- gegen ein weiteres kriegführendes "Land 3"-Großbritannien- zu verteidigen, die selber vom "Land 1" in einem weiteren besetzten "Land 4" -Ägypten- angegriffen wurden. In Mali geht es nur darum, dem Land selber gegen Extremisten und Banditen zu helfen, die zum Teil aus anderen Ländern einsickerten.
Sie haben natürlich nicht Unrecht. "Märtyrertod" hätte natürlich unter "1." in Anführungszeichen".." gehört. Die "Herren Islamisten" haben in Mali aber wahrscheinlich das im Kampf gegen die "Kreuzzügler" erhalten, wo nach sie nicht nur spirituell gesucht haben.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Mali
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 6 Kommentare

Bevölkerung: 15,370 Mio. Einwohner

Fläche: 1.240.194 km²

Hauptstadt: Bamako

Staatsoberhaupt:
Ibrahim Boubacar Keita

Regierungschef: Moussa Mara

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Afrika-Reiseseite


Fotostrecke
Mali: Gefährlicher Militäreinsatz im Krisenland
Zur Großansicht
SPIEGEL ONLINE


Fotostrecke
Malis Norden: Im Reich der Islamisten