Thessaloniki - Knapp zwei Wochen nach einem Angriff auf den deutschen Generalkonsul in Thessaloniki sind drei Beschuldigte freigesprochen worden. Es handelt sich um zwei Kommunalangestellte im Alter von 39 und 47 Jahren sowie einen 53-jährigen Lehrer, wie griechische Medien am Mittwochabend berichteten. Die Vorwürfe lauteten auf Gewaltanwendung, Landfriedensbruch, tätliche Beleidigung und Sachbeschädigung.
Der Generalkonsul Wolfgang Hoelscher-Obermaier war am 15. November am Rande eines Treffens deutscher und griechischer Bürgermeister von Demonstranten angegriffen und mit Kaffee übergossen worden. Die drei Beschuldigten bestritten die gegen sie erhobenen Vorwürfe und sagten, sie hätten nicht die Absicht gehabt, den Konsul tätlich anzugreifen. Sie hätten gegen die drohenden Entlassungen in den Kommunen und gegen eine Äußerung des deutschen Griechenland-Beauftragten Hans-Joachim Fuchtel protestieren wollen.
Bei dem Protest hatten sich rund 250 Demonstranten versammelt. Sie skandierten Parolen wie "Zusammen Nazis rausschmeißen", über Lautsprecher wurden Nazi-Hymnen und griechische Radioaufnahmen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs abgespielt. Wenig später stürmten einige Demonstranten in das Gebäude.
Viele Menschen in Griechenland machen vor allem Deutschland, obwohl es einer der größten Geldgeber ist, für die harten Sparmaßnahmen verantwortlich, die das Land erfüllen muss, um Finanzhilfe zu erhalten. Bei einem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Athen gingen im Oktober rund 50.000 Bürger auf die Straße. Am Freitag will der deutsche Bundestag ein weiteres Hilfspaket für Athen beschließen.
ffr/phw/dpa
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