Messerattacke in London Geheimdienst soll Kontakt zu Attentäter gehabt haben

Der britische Inlandsgeheimdienst soll versucht haben, einen der Attentäter von London anzuwerben. Das sagte ein angeblicher Freund des Täters in einem BBC-Interview. Noch auf dem Sendergelände wurde er anschließend festgenommen.

Tatort in Woolwich: Mord auf offener Straße
DPA

Tatort in Woolwich: Mord auf offener Straße


Hamburg - Ein angeblicher Freund des Londoner Soldatenmörders Michael Adebolajo ist nach einem Interview mit dem britischen Sender BBC festgenommen worden. Wie der Sender mitteilte, wurde Abu Nusaybah unmittelbar nach dem TV-Gespräch auf dem BBC-Gelände festgenommen.

Ein Vertreter von Scotland Yard sagte am Samstag, die Polizei habe in London am Freitagabend einen 31-jährigen Mann festgenommen, der verdächtigt werde, terroristische Taten in Auftrag gegeben oder vorbereitet zu haben. Ob die Festnahme im Zusammenhang mit dem Mord an dem Soldaten am Mittwoch stand, wurde nicht mitgeteilt.

In dem Interview in der Sendung "Newsnight" hatte Nusaybah zuvor gesagt, der britische Inlandsgeheimdienst MI5 habe versucht, Adebolajo anzuwerben. Dieser habe jedoch abgelehnt. Eine Bestätigung vom Geheimdienst gibt es dafür nicht. Das BBC-Interview finden Sie hier.

Der 28-jährige Adebolajo und sein 22 Jahre alter mutmaßlicher Komplize Michael Adebowale befanden sich am Samstag noch immer im Krankenhaus. Die mutmaßlichen Islamisten waren nach der brutalen Attacke auf den Soldaten Lee Rigby in Woolwich im Südosten Londons von Polizisten angeschossen worden.

Britische Sicherheitsdienste hatten den 28-Jährigen Adebolajo schon seit acht Jahren im Visier - eine so grausame Tat hatten sie ihm jedoch offenbar nicht zugetraut. Zeugen, die Adebolajo aus Kindertagen kennen, erinnern sich in britischen Medien an einen ruhigen Jungen und guten Schüler. Radikalisiert hat er sich wohl erst nach 2003, nachdem er das College verlassen hatte. Seit 2005 besuchte er regelmäßig Veranstaltungen islamistischer Extremisten in Großbritannien. Dort wurde Hass geschürt, einer seiner Förderer rief im Jahr 2007 zum Mord an Soldaten auf.

otr/AFP

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insgesamt 39 Beiträge
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Seite 1
qualidax 25.05.2013
1. SO langsam sollte das auch dem Dümmsten aufallen ...
Zitat von sysopDPADer britische Inlandsgeheimdienst soll versucht haben, einen der mutmaßlichen Attentäter von London anzuwerben. Das sagte ein angeblicher Freund des Täters in einem BBC-Interview. Noch auf dem Sendergelände wurde er anschließend festgenommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/freund-von-mutmasslichem-londoner-soldatenmoerder-bei-bbc-festgenommen-a-901831.html
Beinahe immer, wenn irgendwo laut "Terror" gerufen wird, wird bei etws Recherche sichtbar, dass die Geheimdienste die Finger drin haben. Jeder stelle sich nun die Frage "Wem nützt es?" Übrigens: Auch bei dem Bombenanschlag im Türkischen Reyhanli liegen die Vermutungen nahe. Die Hackergruppe RedHAck hat entsprechende Dokumente veröffentlicht ... war dem Spiegel bisher keine Meldung wert.
TICKundTOOF 25.05.2013
2. Geheimdienste
Ja, da sieht man mal wieder wie effizient unsere Geheimdienste sind. In Stuttgart werden Gottesdienste im Park vom Verfassungsschutz überwacht, rechte Terrorzellen mit Geld vollgepumpt und wenn es drauf ankommt, werden aufgrund des Versagens maximal noch die Akten geschreddert. Zum Aufklären der Missstände werden die eingesetzt, die es vor Jahren in den jeweiligen Füjrungspositionen verbockt haben (oder warum sitzt der ehemalige Chef des LfV Baden-Württemberg im NSU Untersuchungsausschuss?). Schön, dass die Engländer das auch nicht auf die Reihe bekommen. Das ist so als ob James Bond im Eiscafe Kinder überwachen würde. Und die Medien, auch Spiegel, glänzen durch ihren Schlagzeilen-"Journalismus". Jeden Tag am besten fünf reißerische Headlines, Klicks Klicks Klicks und am besten noch Klicks auf die Klickibunti-Werbebanner. Früher nannte man die Medien 4. Gewalt, heute kann man sie das Sahnehäuptchen der Verdummung nennen.
GGArtikel5 25.05.2013
3. Zeit, unser Grundgesetz zu verteidigen.
Die Konsequenz dürfte hoffentlich endlich die konsequente Anwendung von Paragraph 111 StGb sein und Abschiebung verbunden mit Einreiseverbot, sofern diese Straftat von Ausländern begangen wird. (sog. Hassprediger), aber ich befürchte, dass man mehr mutzlose Videokameras zur Beobachtung der normalen Bevölkerung (wozu ich auch den bei weitem friedlichen Anteil der muslimischen Mitbürger zähle) führen wird. Es ist an der Zeit unser freiheitliches Grundgesetz gegen radikale Wirrköpfe, aus welcher Ecke sie auch kommen, zu verteidigen. § 111 Öffentliche Aufforderung zu Straftaten (1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) zu einer rechtswidrigen Tat auffordert, wird wie ein Anstifter (§ 26) bestraft. (2) Bleibt die Aufforderung ohne Erfolg, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Die Strafe darf nicht schwerer sein als die, die für den Fall angedroht ist, daß die Aufforderung Erfolg hat (Absatz 1); § 49 Abs. 1 Nr. 2 ist anzuwenden.
vogelsteller 25.05.2013
4. eine Matrix, immer die gleiche Masche
Es ist doch immer wieder das gleiche Erscheinungsbild. Wenn Attentäter plötzlich auftauchen und Verderben anrichten, dann ist auch stets im Vorfeld der Ereignisse der jeweilige Geheimdienst da und hat seine dreckigen Finger im Spiel. In diesem Fall kam der Geheimdienst einen Tick zu spät. Er hätte mit seinem schnelleren Erscheinen, diese Offenbarung des Festgenommenen vereiteln können - Pech gehabt. Nun zeigt sich, was eigentlich hinter diesem Ereignis abgelaufen ist und lässt einen tieferen Einblick zu.
Dramidoc 25.05.2013
5. xxx
Zitat von qualidaxBeinahe immer, wenn irgendwo laut "Terror" gerufen wird, wird bei etws Recherche sichtbar, dass die Geheimdienste die Finger drin haben. Jeder stelle sich nun die Frage "Wem nützt es?" Übrigens: Auch bei dem Bombenanschlag im Türkischen Reyhanli liegen die Vermutungen nahe. Die Hackergruppe RedHAck hat entsprechende Dokumente veröffentlicht ... war dem Spiegel bisher keine Meldung wert.
Da haben Sie recht. Ich hab dazu auch einen interessanten Kommentar: KenFM über: Internationalen Errorismus - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=0vVhJsRWSiY) Ja, es ist erstaunlich, dass hinter dem Anschlagin Reyhanli wohl der "tiefe Staat" steckt. Von den Medien hört man eigentlich gar nichts.
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