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Gorbatschow vs. Obama: Zwei Friedensnobelpreisträger in Rage

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Michail Gorbatschow: "Fieber der Welt"

Michail Gorbatschow hat sich Barack Obama vorgeknöpft. Der frühere Sowjetpräsident wies die Kritik des Amerikaners an Russland scharf zurück - und bezeichnete seinerseits die USA als "Fieber der Welt".

Moskau - Sie haben beide einst den Friedensnobelpreis erhalten. Michail Gorbatschow 1990 für seine Rolle im internationalen Friedensprozess, Barack Obama 2009 für seinen Einsatz für die Völkerverständigung. Doch jetzt lieferten sie sich einen wenig friedvollen Schlagabtausch. Ein Hauch Kalter Krieg weht dabei mit - auch wenn beide das abstreiten.

Gorbatschow verurteilte die USA am Freitag als "Fieber der Welt". Damit reagierte er auf eine Attacke Obamas am Mittwoch vor den Vereinten Nationen. Der US-Präsident hatte in seiner Rede von den größten internationalen Gefahren gesprochen - und dabei Russland und Ebola in einem Satz erwähnt.

Daraufhin erwiderte der frühere Sowjetpräsident nun: "Es gibt nur ein wesentliches Fieber auf der Welt - die USA und ihren Führungsanspruch." Dem russischen Radiosender RSN sagte er, "das ist kein politischer Dialog, sondern eine Beschimpfung".

Gorbatschow warnt vor neuem Kalten Krieg

Zwar gebe es keinen neuen Kalten Krieg zwischen Russland und den USA, doch Anzeichen dafür seien da, sagte Gorbatschow. Der Friedensnobelpreisträger hatte als letzter sowjetischer Staatschef mit seiner Politik der Perestroika (Umbau) das Ende des Kalten Krieges besiegelt. Einen neuen Kalten Krieg brauche niemand, sagte er.

Russland steht wegen seiner Unterstützung für Separatisten in der Ostukraine international massiv unter Druck. Die USA und die Europäische Union haben harte Sanktionen gegen Russland verhängt, um - nach eigenem Bekunden - den Kreml zu einem stärkeren Engagement bei der Lösung des Konflikts zu bewegen. Der Westen wirft Moskau vor, die Aufständischen im Kampf gegen die Führung in Kiew mit Soldaten und Waffen zu versorgen. Russland weist dies zurück.

Der Westen unterstützt die nach dem Sturz der gewählten Vorgängerregierung an die Macht gekommene Regierung in Kiew.

Obama sagte vor der Uno, Russland müsse seine Aggression teuer bezahlen. Dass Moskau Soldaten über die Grenze seines Nachbarlandes geschickt, Waffen geliefert und die Separatisten dort unterstützt habe, stelle eine Bedrohung für die internationale Ordnung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs dar.

ler/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 126 Beiträge
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1. Gorbatschow
stefan.p1 26.09.2014
hat absolut recht, auch wenn er als russischer Präsident durch seine schwache Amtsführung eine gewisse Mitschuld an den jetzigen Zustand des alleingen Führunganspruch der USA in der Welt , hat.
2.
marthaimschnee 26.09.2014
Das Problem mit den beiden: der eine hat den Friedensnobelpreis für seine Leistung bekommen und der andere für die Hoffnung, die in ihn gesetzt wurde ... und die er enttäuscht hat!
3. Glaubenssache
stimulus99 26.09.2014
Wer ist wohl der "King of the World"? USA oder Russland? Altes Denken, falsches Denken, egal, von welcher Seite es auch kommen mag.
4. Recht hat der Mann,
hdudeck 26.09.2014
es gibt keine Nation auf Erden, die so viele Kriege/Interventionen nach dem zweiten Weltkrieg gefuehrt hat wie die USA. Praktischer waere es vielleicht sogar, die Zeit zu zaehlen, die die USA mal ohne Waffengang verbracht hat. Und die USA haben nie davor zurueckgeschreckt, selbst demokratisch gewaehlte Regierungen zu stuerzen, die vom Volk rueckhalt hatten. Da Obama selbst die groesste Fehlleistung ist, die je den Nobelpreis erhielt, sollte er sich persoenlich ein wenig zurueckhalten. Aber das passt ja nicht in das Selbstverstaendniss dieser Nation.
5. Richtig
whitemouse 26.09.2014
Bravo Gorbi !
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