Burma: Friedensikone Suu Kyi will Präsidentin werden

Burmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi: "Ich will mich um das Präsidentenamt bewerben" Zur Großansicht
DPA/ KYI TOE

Burmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi: "Ich will mich um das Präsidentenamt bewerben"

"Ich will mich um das Präsidentenamt bewerben": Deutlich wie nie hat Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gesagt, sie wolle Staatschefin in Burma werden - dafür muss allerdings noch die Verfassung geändert werden.

Naypyidaw - Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi will 2015 bei den Wahlen in Burma Präsidentin werden. Sie bekräftigte ihre Ambitionen am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum Ostasien in der burmesischen Hauptstadt Naypyidaw so deutlich wie nie zuvor.

"Ich will mich um das Präsidentenamt bewerben", sagte Suu Kyi. "Ich will ganz offen sein: Wenn ich so täte, als hätte ich kein Interesse, wäre ich nicht ehrlich." Unter der aktuellen, noch von der Militärjunta 2008 durchgeboxten Verfassung kann Suu Kyi nicht Präsidentin werden, weil sie mit einem Ausländer verheiratet war und ihre Söhne die britische Staatsbürgerschaft besitzen.

Die Verfassung müsse eben geändert werden, sagte die 67-Jährige. Ihre Partei, die Nationalliga für Demokratie (NLD) arbeite daran.

Suu Kyi hatte bereits im Oktober 2012 erklärt, sie habe den Mut, Präsidentin zu werden, "wenn das Volk es will".

Suu Kyi stand unter der 2011 abgetretenen Militärjunta mehr als 15 Jahre unter Hausarrest. Sie wurde nach den Wahlen im Herbst 2010 freigelassen. Im Frühjahr 2012 gewann sie bei Nachwahlen einen Sitz im Parlament und ist dort de facto Oppositionsführerin. Die Verfassung garantiert dem Militär im Parlament eine Sperrminorität für Verfassungsänderungen von 25 Prozent der Stimmen. Auch das müsse geändert werden, sagte Suu Kyi.

Im März 2011 hatte der frühere General Thein Sein an der Spitze einer formal zivilen Regierung die Macht in Burma übernommen und damit die seit Jahrzehnten regierende Militärjunta abgelöst. Seitdem trieb er eine Reihe tiefgreifender politischer, sozialer und wirtschaftlicher Reformen voran, um die internationale Isolation des südostasiatischen Landes zu beenden. Die USA und die EU honorierten die Reformanstrengungen und hoben einen Großteil der gegen Burma verhängten Sanktionen auf.

Der Reformprozess wird allerdings vom Aufflammen ethnischer Gewalt zwischen der muslimischen Minderheit und den Buddhisten begleitet.

fab/AFP/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. ?
quark@mailinator.com 06.06.2013
Was genau gibt es in Burma/Birma/Myanmar, daß der Westen derart ackert ? Geht's um die strategische Lage, oder um Rohstoffe ?
2. @1
dasbeau 06.06.2013
Es geht um beides. Birma ist sehr Rohstoffreich (bevor es so runtergewirtschaftet wurde, war es das reichste Land Asiens). Zudem wollen es die USA keinesfalls dem chinesischen Einfluss überlassen. Wenn sie dort Fuß fassen sollten, säßen sie strategisch günstig zwischen Indien und China sowie an der Ostseite des Indischen Ozeans. Dazu ist Birma ein wunderschönes Land, aber das ist den USA vermutlich eher egal...
3.
obi wan 06.06.2013
Zitat von sysop"Ich will mich um das Präsidentenamt bewerben": Deutlich wie nie hat Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gesagt, sie wolle Staatschefin in Burma werden - dafür muss allerdings noch die Verfassung geändert werden. Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi will Burmas Präsidentin werden - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/friedensnobelpreistraegerin-suu-kyi-will-burmas-praesidentin-werden-a-904079.html)
Ob das so eine gute Idee ist wird sich zeigen. Bei all ihren Verdiensten und ihrem jahrelangelangen unerschrockenen Kampf gegen die Unterdrückung: In der Vergangenheit hat sich leider allzu oft gezeigt, dass große Freiheitskämnpfer wie z.B. Mandela oder Walesa keine guten Gestalter sind, und mit dem (Wieder-)Aufbau vollkommen überfordert. Vielleicht sollte man das dann doch anderen, unverbrauchteren überlassen.
4. Bloß nicht!
butalive76 06.06.2013
Bloß nicht! Eine so dubiose, undurchsichtige und autoritäre Person darf den Demokratiesierungsprozess nicht gefährden. Es ist immer wieder erstaunlich, hinter wem sich der Westen stellt und an wen hohe Preise verliehen werden. Der Friedensnobelpreis ist eine Farce: Da bekommen Terroristen (Arafat) und Kriegspräsidenten (Obama) den Friedensnobelpreis - ebenso wie Egomaninnen wie Suu Kyi, der es nur um die eigene Karriere geht.
5. Vor allem billige Arbeitskräfte für die Textilindustrie
butalive76 06.06.2013
Zitat von quark@mailinator.comWas genau gibt es in Burma/Birma/Myanmar, daß der Westen derart ackert ? Geht's um die strategische Lage, oder um Rohstoffe ?
Billige Rohstoffe und vor allem billige Arbeitskräfte - jetzt, nach dem im Nachbarstaat Bangladesh die Arbeiter auf die Barrikaden gehen, um dort ihre Rechte einzufordern und es auch viele Kunden im Westen tun, sucht man nach Alternativen. Die Union von Myanmar gehört zu den ärmsten Staaten Asiens und der Welt und nach Jahrzehnten der Isolation sind sie für jede Aufmerksamkeit aus dem Westen dankbar.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Aung San Suu Kyi
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 15 Kommentare

Fläche: 676.552 km²

Bevölkerung: 47,963 Mio.

Hauptstadt: Naypyidaw

Staatsoberhaupt: Thein Sein

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Burma-Reiseseite


Karte