Verbreitung von IS-Gräuelbildern Marine Le Pen drohen drei Jahre Haft

Sie veröffentlichte brutale Fotos von Opfern der Terrormiliz IS. Ein französisches Gericht eröffnete deshalb ein Ermittlungsverfahren gegen die Chefin des rechtspopulistischen FN.

Marine Le Pen
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Der Zeitpunkt ist für Marine Le Pen ungünstig: Kurz vor dem Parteitag des Front National (FN) hat ein Gericht in Nanterre bei Paris ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen die Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei eröffnet. Le Pen möchte auf der Versammlung am 10. und 11. März wiedergewählt werden.

Wegen der Verbreitung von Gräuelfotos der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) drohen ihr nun aber bis zu drei Jahre Haft und eine Geldstrafe von 75.000 Euro.

Die Rechtspopulistin hatte die Bilder der IS-Miliz im Dezember 2015 auf Twitter verbreitet, wenige Wochen nach der Anschlagserie in Paris mit 130 Toten, zu der sich die Islamisten bekannten. Le Pen reagierte damit auf Äußerungen eines Journalisten, der den Front National nach ihrer Ansicht in die Nähe des IS gerückt hatte.

Die Fotos sorgten für Empörung, die sozialistische Regierung zeigte den Fall bei der Justiz an. Die Bilder zeigen unter anderem einen Mann, der bei lebendigem Leib in einem Käfig verbrannt wird und den von der IS-Miliz enthaupteten US-Journalisten James Foley.

Le Pen wetterte jetzt, gegen sie werde ein Verfahren eröffnet, weil sie "den Horror des IS angeprangert" habe. "In anderen Ländern wäre mir dafür eine Medaille verliehen worden", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP.

Die französische Nationalversammlung hatte im November vergangenen Jahres bereits die Immunität von Marine Le Pen aufgehoben.

dbate-Interview: Wie tickt Marine Le Pen?

dbate.de

als/AFP



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