Rückzug am Hindukusch Australiens Afghanistan-Pläne irritieren Berlin

2013 statt 2014: Australien will seine Soldaten früher aus Afghanistan in die Heimat holen - und sorgt damit für Verwunderung in der Bundesregierung. Verteidigungsminister de Maizière äußerte sich zum Auftakt einer Nato-Konferenz pikiert.

Verteidigungsminister de Maizière: "Das kann uns nicht in unserer Strategie beirren"
dapd

Verteidigungsminister de Maizière: "Das kann uns nicht in unserer Strategie beirren"


Brüssel - Mit dieser Entscheidung hat Verteidigungsminister Thomas de Maizière nicht gerechnet: Die Ankündigung der australischen Regierung, ihren Truppenabzug aus Afghanistan schon bis Ende 2013 abzuschließen - und damit ein Jahr früher als geplant - hat den CDU-Politiker offenbar unvorbereitet erwischt: Die Mitteilung aus Sydney "hat mich überrascht, der australische Kollege hat im Februar anders vorgetragen", sagte de Maizière am Mittwoch vor Beratungen mit seinen Nato-Kollegen in Brüssel.

"Aber das kann uns nicht in unserer Strategie beirren, bis Ende 2014 den Abzug zu organisieren - so zu organisieren, dass dort nachhaltig Erfolge gesichert werden." De Maizière ist sichtlich verärgert über die Pläne der australischen Regierung.

Zwei Tage nach dem Großangriff der Taliban auf Kabul und drei weitere Städte hatte die australische Premierministerin Julia Gillard am Dienstag verkündet, dass die meisten der 1550 Soldaten bereits 2013 statt erst 2014 heimkehren könnten. Australien zählt zu den zehn größten der fast 50 Truppensteller in Afghanistan. Das Land hatte seine Soldaten 2001 nach Afghanistan entsandt, später aber abgezogen, bevor sie 2005 wieder an den Hindukusch geschickt wurden.

Die Außen- und Verteidigungsminister der Nato wollen bei ihrem Treffen in Brüssel 2014 als Enddatum für ihren Kampfeinsatz bekräftigen.

De Maizière sieht nach dem Taliban-Angriff, bei dem 51 Aufständische, Sicherheitskräfte und Zivilisten getötet wurden, keine wesentliche Veränderung der Sicherheitslage in Afghanistan. "Das, was am Sonntag passiert ist, war nicht schön, aber es war nicht so gravierend, dass es die Sicherheitslage fundamental verändert hätte", sagte er. "Die afghanischen Sicherheitskräfte haben das auch alles in allem ordentlich hinbekommen."

hen/dpa/AFP

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Seite 1
membot 18.04.2012
1. titel
---Zitat--- Aber das kann uns nicht in unserer Strategie beirren, bis Ende 2014 den Abzug zu organisieren - so zu organisieren, dass dort nachhaltig Erfolge gesichert werden. ---Zitatende--- LOL. Wem will er das denn erzählen?
king_pakal 18.04.2012
2.
Zitat von sysopdapd2013 statt 2014: Australien will seine Soldaten früher aus Afghanistan in die Heimat holen - und sorgt damit offenbar für Verärgerung in der Bundesregierung. Sein australischer Kollege habe zuletzt "anders vorgetragen", sagte Verteidigungsminister de Maizière zum Auftakt einer Nato-Konferenz. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,828278,00.html
Was will man zu De Maiziere noch sagen? Besuch in Afghanistan: US-Armee soll Psycho-Team auf de Maizière angesetzt haben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,747611,00.html)
deccpqcc 18.04.2012
3.
der letzte invasor der in afghanistan "nachhaltige erfolge" vorzuweisen hatte war meines wissens alexander der grosse. wie es derzeit aussieht wird es wohl so schnell keinem gelingen an die leistungen alexanders anzuknüpfen, auch nicht den feldherren der deutschen bundeswehr.
eulenspiegel 47 18.04.2012
4. ***
Erinnert mich irgendwie an alte Durchhalteparolen. Offenbar neigen die Deutschen dazu, auch "wenn alles in Scherben fällt".
michaelslo 18.04.2012
5. Das kann uns nicht in unserer Strategie beirren"
Zitat von sysopdapd2013 statt 2014: Australien will seine Soldaten früher aus Afghanistan in die Heimat holen - und sorgt damit offenbar für Verärgerung in der Bundesregierung. Sein australischer Kollege habe zuletzt "anders vorgetragen", sagte Verteidigungsminister de Maizière zum Auftakt einer Nato-Konferenz. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,828278,00.html
Das muss weder Maiziere noch Westerwelle irrritieren. Die sollten so lange schweigen, bis sie eine echte nachricht zum Abzug melden können. Und die bekommen sie vom Pentagon. Selbst haben sie doch gar nichts zu melden, bzw. zu entcheiden. Und wenn das P. fordert, die BW soll das Licht dort ausknipsen, wird die Berliner Reg. auch das befolgen, ganz treu eben.
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