Fünfjahresplan: Chinas Volkskongress billigt wirtschaftliche Umstrukturierung

Chinas Volkskongress hat den Fünfjahresplan der Regierung mit großer Mehrheit angenommen: Die Wirtschaft soll bis 2015 umstrukturiert werden, der Exportweltmeister will den heimischen Konsum ankurbeln. Das jährliche Wirtschaftswachstum soll gesenkt werden, vierzig neue Atomreaktoren sind geplant.

Chinas Premier Wen Jiabao: Fünfjahresplan vom Volkskongress abgesegnet Zur Großansicht
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Chinas Premier Wen Jiabao: Fünfjahresplan vom Volkskongress abgesegnet

Peking - Chinas Volkskongress hat die neuen Richtlinien zur Entwicklung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft im Zeitraum von 2011 bis 2015 gebilligt. Zum Abschluss ihrer zehntägigen Jahrestagung in der Großen Halle des Volkes in Peking stimmten 2778 Delegierte für den neuen Fünf-Jahres-Plan. 59 Delegierte stimmten dagegen, während sich 38 enthielten.

Der neue Fünfjahresplan strebt eine Umstrukturierung der Wirtschaft an. Exportweltmeister China will nicht mehr so sehr von seinen Ausfuhren abhängig sein, sondern stärker den heimischen Konsum ankurbeln und auch das soziale Netz ausbauen.

Im Einzelnen sieht der Plan vor, den Energieverbrauch für jeden erwirtschafteten Yuan bis 2015 um 16 Prozent zu senken. Der größte Klimasünder der Welt will den Ausstoß von Kohlendioxid gemessen an der Wirtschaftsleistung um 17 Prozent verringern. Auch der Ausbau der Kernenergie ist in dem Plan enthalten. In den nächsten fünf Jahren soll der Bau von rund 40 weiteren Reaktoren begonnen werden. Die Regierung versicherte, "einige Lehren" aus den Unfällen in Japan ziehen zu wollen. "Aber China wird seine Entschlossenheit und Pläne für die Entwicklung der Atomkraft nicht ändern", zitierten Staatsmedien Vizeumweltminister Zhang Lijun.

Das Wirtschaftswachstum soll auf durchschnittlich 7 Prozent im Jahr gedrosselt werden, um mehr Nachhaltigkeit zu erreichen. Im alten Plan waren auch nur 7,5 Prozent angestrebt und trotzdem 11 Prozent erreicht worden.

Der Anteil des Dienstleistungssektors an der Gesamtwirtschaft soll um vier Punkte auf 47 Prozent ausgebaut werden.

In den Städten sollen zusätzlich 45 Millionen neue Jobs geschaffen werden. Die Realeinkommen in den Städten und auf dem Land sollen schrittweise um sieben Prozent jährlich steigen.

China überholte im vergangenen Jahr mit seinem um 10,3 Prozent gestiegenen Bruttoinlandsprodukt (BIP) Japan und lag damit weltweit auf Rang zwei hinter den USA. Die Preissteigerungsrate, die im Januar bei 4,9 Prozent lag, führte in den vergangenen Jahren zu sozialen Protesten in der Volksrepublik.

anr/dpa/AFP

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1. China
ergoprox 14.03.2011
Zitat von sysopChinas Volkskongress hat den Fünf-Jahres-Plan der Regierung mit großer Mehrheit angenommen: Die Wirtschaft soll bis 2015 umstrukturiert werden, der Exportweltmeister will den heimischen Konsum ankurbeln. Das jährliche Wirtschaftswachstum soll auf durchschnittlich sieben Prozent gesenkt werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,750727,00.html
..und in wenigen Jahrzehnten wird es dann heissen: "Von den Chinesen lernen, heißt siegen lernen!"
2. Nicht so wild
gbartkowiak 14.03.2011
Zitat von ergoprox..und in wenigen Jahrzehnten wird es dann heissen: "Von den Chinesen lernen, heißt siegen lernen!"
Vor zwanzig Jahren habe auch viele prophezeit dass die Japaner die Weltherrschaft übernehmen würden, aufgrund ihrer unaufhaltsamen wirtschaftlichen Erfolge ... China wir in wenigen Jahrzehnten wohl eine weitaus wichtigere internationale Rolle spielen als heute, was für ein Land das ein Achtel der Weltbevöllkerung beherbergt ja auch nicht unnormal sein sollte. Die Geopolitik verändert sich von der monopolistischen Dominnaz der USA nach dem Ende des kalten Krieges zu einer multipolaren Lage mit mehrerern globalen und sehr vielen regionalen Führungsstaaten. Da "der Westen" in dieser Entwicklung allerdings in seine tatsächliche oder eingebildete Vorherrschaft verliert macht dieses Phänomen anscheinend vielen Angst ...
3. .
SchneiderG 14.03.2011
Zitat von sysopChinas Volkskongress hat den Fünf-Jahres-Plan der Regierung mit großer Mehrheit angenommen: Die Wirtschaft soll bis 2015 umstrukturiert werden, der Exportweltmeister will den heimischen Konsum ankurbeln. Das jährliche Wirtschaftswachstum soll auf durchschnittlich sieben Prozent gesenkt werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,750727,00.html
Müßte es nicht richtig heißen: Chinas Volkskongress hat den Fünf-Jahres-Plan der KPCH mit großer Mehrheit angenommen: ... ?
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