Fußball-WM Brasilien startet militärische Großoperation entlang seiner Grenzen

WM-Gastgeber Brasilien hat an seinen Grenzen eine Militäroperation begonnen. 30.000 Soldaten sollen vier Wochen vor Beginn des Fußball-Turniers gegen Waffen- und Drogenschmuggel sowie illegale Einwanderung vorgehen.

Brasilianische Soldaten an der Grenze zu Paraguay (Archiv): Operation gegen Schmuggel und illegale Einwanderung
AFP

Brasilianische Soldaten an der Grenze zu Paraguay (Archiv): Operation gegen Schmuggel und illegale Einwanderung


Brasília - Brasilien hat eine fast 17.000 Kilometer lange Grenze und zehn Nachbarländer. Rund vier Wochen vor dem Beginn der Fußball-WM sollen ab jetzt Soldaten aller Waffengattungen diesen Bereich in einer Großoperation besonders schützen. "Ágata 8" heißt der Einsatz, teilte das Verteidigungsministerium am Samstag in Brasília mit. 30.000 Mann sollen dabei verstärkt gegen den Schmuggel von Drogen und Waffen sowie gegen illegale Einwanderung vorgehen.

Mit den südamerikanischen Nachbarländern sei die Aktion zuvor abgesprochen worden. Einen ähnlichen Einsatz gab es vor der WM-Generalprobe, dem Confederations Cup 2013.

Brasiliens Grenzlinie besteht aus rund 7400 Kilometern Landgrenze und über 9500 Kilometern Flussgrenze. An dem Einsatz nehmen unter anderem Einheiten der Dschungel-Infanterie sowie Schiffe und Helikopter der Marine teil. Die Polizei unterstützt die Truppen. Die Kontrollzone erstreckt sich auf 150 Kilometer landeinwärts der Grenze. Während der Operation soll auch medizinische Unterstützung für sozial benachteiligte Regionen geleistet werden.

Flughäfen werden voraussichtlich nicht rechtzeitig fertig

Inzwischen gerät das Land weiter mit dem Ausbau der Infrastruktur in Verzug. Am Samstag wurden weitere Engpässe an den Flughäfen der Spielorte bekannt. Am Viracopos-Flughafen bei Sao Paulo wurde der Bau eines neuen Terminals teilweise ausgesetzt. Grund dafür waren unzureichende Sicherheitsvorkehrungen für die Arbeiter. Mit dem Baustopp ist die Fertigstellung des Terminals rechtzeitig zur WM gefährdet. "Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, und sie machen alles auf einmal in einer chaotischen Weise", sagte ein Vertreter der Organisation für Arbeitsschutz. Auf der Baustelle waren Ermittlern zufolge bereits zwei Arbeiter ums Leben gekommen - einer stürzte ab, ein weiterer wurde von Trümmerteilen verschüttet.

Derzeit sieht es so aus, dass mindestens fünf der zwölf WM-Städte die versprochenen Erweiterungen ihrer Flughäfen nicht termingerecht schaffen. Fluggesellschaften warnten davor, dass Fans nicht rechtzeitig zu Spielen kommen könnten. Auch die Arbeiten in drei Fußballstadien sind noch nicht abgeschlossen. Die WM beginnt am 12. Juni.

ler/dpa/Reuters

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insgesamt 37 Beiträge
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jambon1 10.05.2014
1. Aha ...
Brasilien stationiert 30.000 Mann seiner regulären Armee nahe der Grenze zu seinen Nachbarn. a) dies ist KEIN Manöver b) Die Armee wird vermutlich auch gegen Bürger des eigene Landes eingesetzt. Gegen Schmuggler sollte nach meinem Verständnis die Polizei vorgehen und nicht die Armee. Die Grenzen der Rechtfertigung sind fließend, wie wir an diesem Beispiel sehen können.
mcvitus 10.05.2014
2. Wenn man hinter die glänzende Fassade von Rio blickt
ist es absolut unverständlich und unverantwortlich, dass dort eine Fußball WM ausgetragen wird. Neben dem wirtschaftlichen Aufschwung existiert dort eine unvorstellbare Armut, die von den Verantwortlichen weitgehend als lästiges Übel wahrgenommen wird. Dass vier Wochen vor Beginn der WM jetzt ein militärischer Großeinsatz durchgeführt wird zeigt, wie chaotisch die Zustände dort in Wirklichkeit sind. Aber den Fußballfans wird das die Feierlaune nicht trüben.
redbayer 10.05.2014
3. Halt typisch Demokratie des Westens
nach dem Brasilien schon seit Wochen mit tausenden Militärs gegen die Armen und Armenviertel im Land vorgeht, wird jetzt auch noch eine militärische Großoperation an allen Grenzen durchgeführt (wahrscheinlich Propaganda), aber nach Merkel Meinung ist wohl Russland daran schuld. Die westliche Wertegemeinschaft findet das in Brasilien total in Ordnung; der armen Bevölkerung "muss man schon mal einheizen", wenn so etwas wichtiges wie Fußball in das Land kommt, haben Menschenrechte keinen Platz mehr. Auch in der Ukraine finden die Deutschen es toll, dass die Regierung auf die eigenen Bevölkerung schießt - natürlich ist hier wieder Russland schuld. Demnächst wird ein Sack Reis in China umfallen - wer ist dann schuld?
bothrop 10.05.2014
4. Brasilien startet militärische Großoperation entlang seiner Grenzen
Zitat von redbayernach dem Brasilien schon seit Wochen mit tausenden Militärs gegen die Armen und Armenviertel im Land vorgeht, wird jetzt auch noch eine militärische Großoperation an allen Grenzen durchgeführt (wahrscheinlich Propaganda), aber nach Merkel Meinung ist wohl Russland daran schuld. Die westliche Wertegemeinschaft findet das in Brasilien total in Ordnung; der armen Bevölkerung "muss man schon mal einheizen", wenn so etwas wichtiges wie Fußball in das Land kommt, haben Menschenrechte keinen Platz mehr. Auch in der Ukraine finden die Deutschen es toll, dass die Regierung auf die eigenen Bevölkerung schießt - natürlich ist hier wieder Russland schuld. Demnächst wird ein Sack Reis in China umfallen - wer ist dann schuld?
pussinboots 10.05.2014
5.
Zitat von sysopAFPBrasilien hat an seinen Grenzen eine militärische Großoperation begonnen. 30.000 Soldaten sollen vier Wochen vor Beginn der Fußball-WM gegen Waffen- und Drogenschmuggel sowie illegale Einwanderung vorgehen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/fussball-wm-brasilien-beginnt-grosse-militaeroperation-a-968717.html
Oh Gott, das Ende der Menschheit steht bevor!
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