Treffen mit Putin Merkel pocht auf freien Schiffsverkehr im Asowschen Meer

Am Rande des G20-Gipfels traf sich Angela Merkel mit Russlands Präsident Putin - und regte diplomatische Gespräche in der Ukraine-Krise an. Auch mit Trump sprach die Kanzlerin über die Rolle Moskaus in dem Konflikt.

Wladimir Putin und Angela Merkel
AP

Wladimir Putin und Angela Merkel


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der russische Präsident Wladimir Putin haben diplomatische Beratungen zur Ukrainekonflikt vereinbart. Die Gespräche sollten auf Ebene der Regierungsberater aus Russland, der Ukraine, Deutschland und Frankreich geführt werden, sagte Merkel nach einem Treffen mit Putin am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires. Nach der jüngsten Eskalation im Asowschen Meer müssten "alle Verschärfungen" vermieden werden.

Putin beharrte dem Vernehmen nach auf dem russischen Standpunkt, dass die Meerenge von Kertsch nach der Annexion der Krim russisches Seegebiet sei. Er ließ über seinen Sprecher erklären, er habe der Kanzlerin die Umstände der jüngsten Konfrontation mit der Ukraine "ausgiebig und im Detail erklärt". Dies habe er zuvor schon bei seinem bilateralen Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron so gemacht. Macron hatte den Kreml-Chef bei der Begegnung nach Angaben des Élysée-Palasts dazu aufgefordert, in eine "Phase der Deeskalation" gegenüber der Ukraine einzutreten.

Merkel setzte sich gegenüber Putin insbesondere für die Freiheit des Schiffsverkehrs ins Asowsche Meer ein. Sie wolle "ganz klar sagen, der freie Schiffsverkehr in das Asowsche Meer muss zu den ukrainischen Küsten und Städten gewährleistet sein", so die Kanzlerin. Dazu gebe es eine vertragliche Grundlage, die von Russland respektiert werden müsse.

Merkel sprach auch mit Trump über die Ukraine

Die Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine hatte sich am Wochenende zuvor an der Straße von Kertsch ereignet. Diese strategisch wichtige Meerenge verbindet das Schwarze und das Asowsche Meer. Sie ist ein Nadelöhr für die Schifffahrt.

Über die erneute Konfrontation zwischen Kiew und Moskau beriet Merkel nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert auch in einem bilateralen Gespräch mit US-Präsident Donald Trump. Der hatte im Vorfeld des Gipfels dafür plädiert, der Kanzlerin eine Vermittlerrolle zwischen Russland und der Ukraine zukommen zu lassen. Ein Treffen mit Putin hatte Trump kurzfristig abgesagt.

Merkel sprach bei ihrem Treffen mit Putin auch über den Bürgerkrieg in Syrien. Russland hatte 2015 in den Krieg eingegriffen und unterstützt die Truppen des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad. Seither hat sich das Blatt zugunsten Assads gewendet, dessen Streitkräfte fast das ganze Land wieder unter ihre Kontrolle bringen konnten.

mal/AFP/Reuters



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