G20-Gipfel Australien informierte Deutschland nicht über Panne mit Merkel-Daten

Persönliche Daten von Kanzlerin Merkel und anderen Staats- und Regierungschefs hat Australien an einen Sportveranstalter verschickt - aus Versehen. Die Bundesregierung wurde darüber nicht informiert.

G20-Gipfel in Brisbane (im November 2014): "Aus der Presse von dem Vorgang erfahren"
DPA

G20-Gipfel in Brisbane (im November 2014): "Aus der Presse von dem Vorgang erfahren"


Berlin - Die Bundesregierung ist von Australien nicht über eine Datenpanne beim G20-Gipfel, die auch persönliche Informationen von Bundeskanzlerin Angela Merkel betraf, unterrichtet worden. "Die Bundesregierung hat aus der Presse von dem Vorgang erfahren", sagte ein Regierungssprecher SPIEGEL ONLINE. "Der Bundesregierung liegen keine eigenen Erkenntnisse dazu vor", hieß es weiter.

Der "Guardian" hatte über die Datenpanne berichtet. Laut der britischen Zeitung hatte die australische Einwanderungsbehörde versehentlich persönliche Daten von 31 internationalen Staats- und Regierungschefs verschickt. Es geht um die Teilnehmer des G20-Gipfels im vergangenen November in Brisbane, darunter Merkel, US-Präsident Barack Obama sowie Russlands Präsident Wladimir Putin.

Deren Daten - neben öffentlich verfügbaren Informationen wie Name und Geburtstag handelte es sich auch um die Nummer des Reisepasses und des Visums für Australien - landeten laut dem Bericht beim Veranstalter der Asien-Fußball-Meisterschaft, die im Januar in Australien stattfand.

Verantwortlich sei ein menschlicher Fehler. Ein Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde habe versäumt, beim Versand einer E-Mail mit Microsoft Outlook die automatische Vervollständigung in der Adresszeile zu überprüfen. Die Mail landete bei der falschen Person.

Der Fehler sei am 7. November 2014 bemerkt und dem australischen Datenschutzbeauftragten per E-Mail gemeldet worden. Ein Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde schrieb in dieser E-Mail, die der "Guardian" nach eigenen Angaben eingesehen hat, es sei unwahrscheinlich, dass die Informationen an die Öffentlichkeit gelangt seien. Der Empfänger habe die E-Mail unverzüglich gelöscht und den E-Mail-Papierkorb entleert.

Er empfehle, die betroffenen Staatenlenker nicht von der Panne zu informieren. Die britische Zeitung ließ allerdings offen, ob die betroffenen Regierungen später informiert wurden.

fab

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