Merkel zu Klimastreit bei G20-Gipfel "Die Gespräche sind nicht ganz so einfach"

Die Klimapolitik spaltet den G20-Gipfel. US-Präsident Donald Trump ist isoliert. Kanzlerin Angela Merkel hat am Abend mit dem US-Präsidenten gesprochen, sie erwartet schwierige Verhandlungen.

Donald Trump, Angela Merkel am Hotel Atlantic in Hamburg
AFP

Donald Trump, Angela Merkel am Hotel Atlantic in Hamburg


Zwei der wichtigsten Protagonisten des G20-Gipfels sind in Hamburg eingetroffen: US-Präsident Donald Trump landete am Nachmittag, auch Kanzlerin Angela Merkel ist mittlerweile in der Hansestadt. Kurz nach ihrer Ankunft gab sie eine kurze Pressekonferenz. Angesprochen auf eine mögliche Konfrontation von 19 Teilnehmern gegen Trump, gab Merkel sich zurückhaltend: Sie vertrete deutsche und europäische Interessen, als Gastgeberin sei es aber auch ihre Aufgabe, Kompromisse zu finden.

Vor dem offiziellen Start des Gipfels am Freitag haben sich Merkel und Trump am Donnerstagabend zu einem persönlichen Gespräch im Hotel Atlantic getroffen. (Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen in unserem G20-Newsblog).

Das Gespräch dauerte gut eine Stunde, wie ein Regierungssprecher mitteilte. An dem Treffen nahmen demnach auch die Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) und Rex Tillerson teil. "Kanzlerin Merkel und US-Präsident Trump haben sich in einem gut einstündigen Gespräch über einige Themen der G20-Agenda ausgetauscht", sagte der Regierungssprecher. "Darüber hinaus kamen außenpolitische Brennpunkte zur Sprache wie Nordkorea, die Lage im Mittleren Osten und der Konflikt in der Ostukraine."

"Es gibt verschiedene Optionen"

Ein wesentlicher Streitpunkt des Gipfels ist die Klimaschutzpolitik. Die Kanzlerin zeigte sich vorsichtig optimistisch, eine Einigung erzielen zu können. "Es gibt verschiedene Optionen, die besprochen werden können", sagte sie.

Meinungsverschiedenheiten würden aber klar benannt werden, betonte sie. Die Gespräche seien "nicht ganz so einfach". Trump hatte vor einigen Wochen den Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaschutzabkommen angekündigt.

Merkel betonte zudem, dass sie sich nicht in einer Vermittlerrolle zwischen Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin sehe. Die beiden wollen sich am Freitag am Rande des Gipfels erstmals treffen.

Bei einem Besuch in Polen am Donnerstag sorgte Trump mit Kritik an Russland für Unruhe. So warf er Moskau mit Blick auf den Konflikt in der Ukraine und den Krieg in Syrien "destabilisierendes Verhalten" vor. Dem Nato-Partner Polen will er "Patriot"-Raketen liefern.

cte/dpa/Reuters



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