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G20-Kuschelstunde: Australiens große Koala-tion

DPA

Achtung, jetzt wird es süüüß: Auf politischer Ebene herrschte beim G20-Gipfel in Australien Eiszeit, Putin ist sogar früher abgereist. Doch emotional ließen sich die Staatschefs erwärmen - bei einer Kuschelrunde mit Koalas.

Brisbane - Dass Tiere sich positiv auf die Psyche von Menschen auswirken können, ist bekannt. Zwar konnten die extra herangeschafften Koalas das Ergebnis des G20-Gipfels im australischen Brisbane inhaltlich nicht beeinflussen - die sonst so gestressten Gemüter der Staatschefs der 20 mächtigsten Wirtschaftsnationen haben sie aber zumindest kurzfristig erheitert.

Das Posieren mit den Beuteltieren, die zu den Symboltieren Australiens gehören und wegen ihrer Ähnlichkeit mit Teddybären manchmal fälschlicherweise als Bären bezeichnet werden, gehörte für die Gäste zum Programm des zweitägigen Spitzentreffens in Brisbane. Der australische Premierminister Tony Abbott half seinen Kollegen beim Koala-Kuscheln; einige wie Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Barack Obama trauten sich sogar, die kleinen grauen Tiere auf den Arm zu nehmen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde fotografiert, als sie vorsichtig einen Koala streichelte.

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G20-Staatschefs kuscheln mit Beuteltieren: Obama herzt, Putin knuddelt, Merkel ziert sich
Der Koala gehört zu den beliebtesten, aber auch gefährdeten Tieren des Planeten. Bestandserhebungen sind schwierig, deswegen gibt es eine große Spannbreite bei den Schätzungen der heutigen Population: Tierschutzorganisationen reden von 44.000 Koalas, nach Behördenangaben sollen es noch rund 300.000 sein.

Am Ende der letzten legalen Jagdsaison, im Jahr 1927, gab es in Queensland nur noch ein paar Zehntausend dieser Tiere. Während des folgenden halben Jahrhunderts erholten sich die Bestände langsam, zum Teil aufgrund der Bemühungen, Koalas gezielt wieder auszuwildern. Dann aber begann die Verstädterung ihren Preis zu fordern.

"Koalas verfangen sich in Zäunen und verenden. Sie werden von Hunden getötet oder von Autos überfahren. Oder sie sterben, weil ein Hausbesitzer ein paar Eukalyptusbäume in seinem Garten fällt", sagt Deidré de Villiers, eine der leitenden Koalaforscherinnen der Umweltbehörde von Queensland. Zudem seien Krankheiten ein großes Problem.

Die Beuteltiere sind laut einem Uno-Bericht außerdem durch die globale Erwärmung mit am stärksten bedroht. Durch das Klima in ihrer australischen Heimat leiden häufig Eukalyptusbäume - die Nahrungsquelle der Koalas.

lgr/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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    Seite 1    
1. Kuschelstunde.....
rainbow-warrior999 16.11.2014
.....mag ja medienwirksam "nett" aussehen, aber hier werden Tiere, die sich nicht dagegen wehren können, von Politikern instrumentalisiert und mißbraucht, denen sonst Lebensraum und Umwelt dieser Geschöpfe sowas von egal ist, ZB. bei Abholzung von Regenwäldern durch Holzindustrie-Konzerne. Mr.Abott ist da mit als erster dabei...
2. Was für eine Veranstaltung.
zynik 16.11.2014
"Tiere gehen immer." Alte PR-Weisheit. Dazu noch ein paar schöne Fotos vom beleidigt Putin und über allem schwebt unsere TTIP-Mutti.
3. Faszinierend
KnoKo 16.11.2014
Mit einem Koala auf dem Arm wirken selbst Spitzenpolitiker fast menschlich.
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