Nach Eskalation vor der Krim G7 fordern Russland zur Freilassung von ukrainischen Matrosen auf

Russland hält seit Tagen 24 ukrainische Matrosen in U-Haft fest. Nun hat sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eingeschaltet - und die G7-Staaten forderten ihre Freilassung.

Ukrainische Matrosen werden abgeführt
DPA

Ukrainische Matrosen werden abgeführt


Die russischen Behörden müssen Angaben zum gesundheitlichen Zustand der festgesetzten ukrainischen Matrosen machen. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gefordert. Bis Montag solle Moskau auch Auskunft über die medizinische Versorgung der Matrosen geben, forderte das Gericht.

Die russische Küstenwache hatte am Sonntag drei Boote der ukrainischen Marine gewaltsam an der Durchfahrt in der Meerenge von Kertsch gehindert und anschließend Schiffe und Besatzungen festgesetzt. Bei dem Zwischenfall hatte es Verletzte gegeben.

Ukraine sucht Hilfe beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

Der bereits schwelende Konflikt um den Zugang zu den Gewässern rund um die von Russland annektierte Halbinsel Krim war damit erneut eskaliert. Die Ukraine rief einen 30-tägigen Kriegszustand aus. Nach russischen Medienberichten wurden die 24 ukrainischen Matrosen mittlerweile in ein Gefängnis nach Moskau gebracht. Sie befinden sich in Untersuchungshaft.

Die Ukraine hatte nach dem Vorfall den Gerichtshof angerufen und sogenannte vorläufige Maßnahmen beantragt. Kiew habe eine notfallmedizinische Versorgung, eine Behandlung der Matrosen als Kriegsgefangene und eine Rückführung in die Ukraine gefordert, teilte das Straßburger Gericht mit.

SPIEGEL ONLINE (Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL))

Sollte der EGMR mit den russischen Auskünften nicht zufrieden sein und die Maßnahmen tatsächlich verhängen, müsste Russland als Mitgliedsland des Europarats den Anweisungen Folge leisten.

Unterdessen riefen auch die G7-Staaten Moskau zur Freilassung der ukrainischen Marinesoldaten auf. "Es gibt keine Rechtfertigung für den Einsatz militärischer Gewalt durch Russland gegen ukrainische Schiffe und Besatzungsmitglieder", hieß es in der gemeinsamen Erklärung von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und seinen Kollegen aus der G7-Gruppe.

Russland müsse nicht nur die 24 Matrosen freilassen, sondern auch die drei Marineschiffe zurückgeben und eine freie Durchfahrt durch die Straße von Kertsch gewähren, hieß es in der Erklärung weiter.

fek/dop/dpa/AFP



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