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G7-Gipfel in Elmau: Schröder findet Ausschluss Putins wenig hilfreich

Putin und Schröder (2012): Russisch-deutsche Freundschaft Zur Großansicht
REUTERS

Putin und Schröder (2012): Russisch-deutsche Freundschaft

Der russische Präsident wird nicht zum G7-Gipfel nach Bayern reisen - der Westen hat ihn ausgeschlossen. Ein Fehler, findet Putin-Freund Gerhard Schröder.

Helmut Schmidt kritisiert den Ausschluss Russlands aus der Gruppe wichtiger Industrienationen, nun stimmt auch Gerhard Schröder ein: Es sei ein Fehler, dass Präsident Wladimir Putin nicht zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern am Wochenende eingeladen worden sei, sagte er der "Rheinischen Post". "Russland hat eine Alternative zu Europa. Umgekehrt gilt das nicht."

In der Ukraine hätten beide Seiten große Fehler gemacht, sagte der Altkanzler. Man hätte die Russen bei den Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen einbinden müssen. "Gerade wenn es unterschiedliche Positionen gibt, muss man darüber diskutieren. Das hätte man auf dem Gipfel tun können." Der Sozialdemokrat betonte zudem seine Freundschaft zu Putin: "Wir stehen in freundschaftlichen Beziehungen und sprechen miteinander."

Seit der Annexion der Krim vor einem Jahr treffen sich die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrienationen ohne den russischen Präsidenten. Altkanzler Helmut Schmidt hatte diese Entscheidung bereits am Montag als wenig sinnvoll bezeichnet. "Meine Erwartungen sind begrenzt", sagte er im Hinblick auf den G7-Gipfel. Mit Blick auf die Ukraine-Krise hoffe er, dass kein "Öl ins Feuer" gegossen werde. "Und damit bin ich dann zufrieden", sagte Schmidt.

Er vermutete, Putin hätte eine Gipfel-Einladung des Westens angenommen, wenn sie "in gehöriger Form ausgesprochen worden wäre". Der 96-Jährige sagte: "Ich sehe deutlich, dass Putin beleidigt ist durch die Tatsache, dass der Westen ihn seiner Vorstellung nach nicht ernst genug nimmt."

Für Moskaus aggressive Politik, die ihn im Westen isoliert hat, äußerte der Altkanzler ein gewisses Verständnis: "Putin ist derjenige Mann, der nach der Wildwest-Periode unter Jelzin den russischen Staat wiederhergestellt hat. Das ist nach seinen Vorstellungen seine Aufgabe." Der russische Präsident habe das letzte noch bestehende "Kolonialreich geerbt", das er zu erhalten versuche.

Auch deutsche Wirtschaftsvertreter hatten Putins Abwesenheit bemängelt: "Ein Treffen G7 plus Russland könnte einen Beitrag zur Krisenlösung leisten und Russland zu konstruktiven Schritten im Ukraine-Konflikt bewegen", sagte der Vorsitzende des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes, der "Welt am Sonntag". Es sei eine verpasste Chance, wenn Gesprächsformate wie die G7-Treffen nicht zum Dialog mit Russland genutzt würden. "Es ist immer besser, miteinander statt übereinander zu reden. Gerade in der Krise brauchen wir solche etablierten Gremien."


Lesen Sie hier den SPIEGEL-ONLINE-Kommentar zum G7-Gipfel ohne Putin: Ein mächtiger Fehler

heb

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insgesamt 401 Beiträge
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1. Alternativen zu Russland überall
abc-xyz 02.06.2015
Wie kommt Schröder darauf, dass es keine Alternativen zu Russland gibt? Ohne Russland hates während des Kalten Krieges sehr gut geklappt und um mit Schwellenländern heute weltweit Geschäfte zu machen brauchen wir wahrlich keine Zustimmung aus Moskau. Die wenigen Russlandhörigen Staaten wie Nordkorea oder der syrische Reststaat sind wahrlich kein Verlust.
2. Es kann kein Fehler sein
widder58 02.06.2015
Demagogen, Propagandisten und Aufwiegler wie Harms, Wellmann oder Cohn-Bendit auszusperren. Die Namen auf der Liste sind mit Bedacht ausgewählt und nicht willkürlich und eine Antwort auf die katastrophale Politik der EU hinsichtlich der Ukrainekrise.
3. Nachrichtenwert = 0
tchantchès 02.06.2015
Diese Meldung hat soviel Nachrichtenwert wie dass in der Sahara die Sonne scheint.
4. Das mag er ja meinen,
gesell7890 02.06.2015
ich meinerseits fand Herrn Schröder in der deutschen Politik insgesamt wenig hilfreich, und als Lobbyisten der Kreml-Kriegstreiber noch weniger.
5. und was passiert
bumminrum 02.06.2015
neben den deutschen Sanktionen, welche zu Umsatzeinbußen der deutschen Wirtschaft von 30 Prozent führten? Die USA bauten 2014 das Handelsvolumen mit Russland aus! China übernimmt den deutschen Platz beim Maschinenbau! Was sind dort nur für Dilettanten in Berlin und Brüssel am Werk!!!
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