Maas kritisiert Trump-Politik "Nichts davon wird die Welt besser, sicherer oder friedlicher machen"

Nein zum Klimavertrag, Kündigung des Iran-Abkommens: US-Präsident Trump nehme bewusst in Kauf, dass sich die Nachteile seiner Politik unmittelbar in Europa auswirkten. Das wirft ihm Außenminister Maas in einem Interview vor.

Außenminister Maas
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Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Befragung im Bundestag bereits von deutlichen Unterschieden zwischen den USA und Deutschland gesprochen hatte, legt jetzt ihr Außenminister nach. Heiko Maas (SPD) sagte im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" unmittelbar vor dem G7-Treffen in Kanada: Die Differenzen mit den USA "können wir nicht mehr unter den Teppich kehren".

Das Nein von US-Präsident Donald Trump zum Klimavertrag, die Kündigung des Iran-Abkommens und die Zoll-Angriffe seien allesamt einseitige Entscheidungen zum Schaden Europas, kritisierte Maas. Trump nehme "bewusst in Kauf, dass die Nachteile sich unmittelbar in Europa" auswirkten.

"Wir erleben eine sehr weit reichende Veränderung", betonte Maas im "SZ"-Gespräch. Trump wende sich ab von der multilateralen Ordnung und handele nur noch einseitig nach US-Interessen. Der US-Präsident verfolge eine Linie, bei der ein Land über das andere gestellt werde. "Nichts davon wird die Welt besser, sicherer oder friedlicher machen", warnte der Außenminister.

Maas sprach sich dafür aus, sich in großem Umfang um neue Bündnisse zu bemühen. Nötig sei vor allem ein "Bündnis derer, die die multilaterale Weltordnung erhalten wollen". Er sieht hierbei Kanada, aber auch Staaten in Afrika, Lateinamerika und Asien als potenzielle Partner. Maas sagte zudem, er befürworte die Schaffung eines europäischen Sicherheitsrates.

vks/dpa/AFP



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carlitom 08.06.2018
1.
Da hat Maas doch vollkommen recht. Ist allerdings auch keine überragende Erkenntnis. Das ist eh jedem normalen Menschen klar, dass wir uns während Trumps Amtszeit am Rande eines Vulkans tänzelnd befinden. Und dass danach noch lange alle an den Schäden zu knabbern haben werden.
peter7979 08.06.2018
2. Obama Politik
Das stimmt nicht, die Obama Politik hat die Welt nicht sicherer und friedlicher gemacht, während Obama Zeit ist Krieg in Syrien entstanden, IS in Irak, Chaos in Nordafrika, Krieg in der Ukraine, Flüchtlingskrise, und die Iranische Regierung wurde mit Geld versorgt, was bald zu einer neuen Krise in der Region führt. Was hat denn die Trump Politik bisher verursacht. Nichts.
Benjowi 08.06.2018
3. Elefant im Porzellanladen
Man kann das durchaus im Klartext aussprechen: Die Trump-Administration macht ganz offen Politik gegen Europa, warum auch immer. Damit zerstört sie mehr oder weniger mutwillig die bestehende Weltordnung und die erwähnten neuen Bündnisse können durchaus zu einer Art Verbindung führen, die vom chinesischen Meer bis zum Atlantik mit Auslegern nach Nord- und Südamerika reicht. Im Osten und Westen die Technolgie- und Handelsstandorte, in der MItte gewaltiger Rohstoffreichtum. Ironischerweiseweise passen die Seidenstraßen- und Stromnetzvorstellungen Chinas und auch die Nordstream-Pipeline wie Menetekel in dieses Muster. Ob Herrn Trump bewusst ist, was er da wie ein Elefant im Porzellanladen gerade anrichtet? Aus America-first wird dann nämlich America alone.
espressotime 08.06.2018
4.
Halleluja, dass ist schon sehr lange meine Meinung, schon lange der Blondschopf an der Macht ist. Jetzt wird es direkt mal angesprochen, das beruhigt mich schon sehr. Gaddafi wurde nur beseitigt, weil die USA schon wusste, dass Flüchtlinge kommen werden. Die Deutsche Bank ist schon seit längerem im Visier und den VW Konzern als Größter Autohersteller jagt die Diesel Abgas Probleme. Und die aktuellen Probleme. Das sind Angriffe um den europäischen Raum und dem Euro zu schaden weil der Dollar Schwach ist und der Euro als internationales Zahlungsmittel agieren könnte. Leider gibt es noch hirnamputierte Europäer die tatsächlich eine Besserung ihrer Lage mit der Abschaffung Euros sehen anstatt zu kapieren, das es ganz allein an ihnen selber liegt.
timpia 08.06.2018
5. Die USA ziehen sich von Europa zurück. Ein Glücksfall.
Nach Jahrzehnten will die USA nicht mehr mit Leuten aus Europa zusammenarbeiten und seinen Markt hergeben. Das ist aus mehrenen Gründen verständlich. Die EU ist höchst kompliziert und die Bundeskanzlerin ein seltsames Geschöpf. Neben Sprach- und Politwirrwarr sowie maroden Militär gibt es kaum Gemeinsames. Trump sieht massive Probleme die seine Vorpräsidenten stets ignoriert oder erst verzapft haben. Europa sollte endlich seine Hausaufgaben machen, etwa eine einheitliche Besteuerung und Finazregelsystem durchsetzen. Die Abkehr der USA könnte Auftakt zur Stärung Europas sein. Fraglich ist, ob das mit Maas, Merkel und Altmeier gelingen kann. Vermutlich eher nicht. Da Deutschland hier eigentlich federführend sein müsste, wären Neuwahlen erforderlich.
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