Streit um G7-Debakel "Das Messer in den Rücken gestoßen"

Donald Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow wirft Kanadas Premier Justin Trudeau Verrat vor, weil dieser Zölle angekündigt hat. Trudeau habe US-Präsident Trump vor dem Gipfel mit Koreas Staatschef Kim schwächen wollen.

Donald Trump und Justin Trudeau (beim G7-Gipfel am Freitag)
DPA

Donald Trump und Justin Trudeau (beim G7-Gipfel am Freitag)


Donald Trumps wichtigster Wirtschaftsberater Larry Kudlow macht Kanada dafür verantwortlich, dass der US-Präsident seine Zustimmung der Abschlusserklärung des G7-Gipfel zurückgezogen hat. "Er hat uns das Messer in den Rücken gestoßen", sagte Kudlow im Fernsehsender CNN über den kanadischen Premierminister Justin Trudeau.

Der US-Präsident habe keine andere Wahl gehabt, nachdem Trudeau in einer Pressekonferenz nach Trumps Abreise erklärt hatte, die Kanadier ließen sich nicht herumschubsen. Zugleich hatte Trudeau bekräftigt, an den schon vor dem Gipfel angekündigten Gegenzöllen auf US-Produkte festzuhalten. Kanada werde zum 1. Juli Zölle im gleichen Volumen erheben wie jene, welche die USA "ungerechtfertigt auf uns angewendet haben", sagte der Gastgeber des Treffens.

Die Vereinigten Staaten hätten das Abschlusspapier in guter Absicht unterzeichnet, doch dann habe Trudeau mit seinen Äußerungen alles zunichte gemacht. "So verhält man sich nicht, ok? Das ist ein Verrat", sagte Kudlow.

Der Wirtschaftsexperte rechtfertigte Trumps Handeln auch mit Blick auf das anstehende Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un in Singapur. "Er wird nicht zulassen, bei seiner Reise zu den Verhandlungen mit Nordkorea auch nur irgendein Zeichen der Schwäche zu zeigen", sagte Kudlow.

Ähnlich äußerte sich Peter Navarro, Leiter von Trumps Nationalem Handelsrat und Berater im Weißen Haus. "Es gibt einen speziellen Platz in der Hölle für jeden ausländischen Staatsmann, der arglistige Diplomatie mit Donald Trump betreibt und versucht, ihm auf dem Weg zur Tür in den Rücken zu stoßen", sagte Navarro dem TV-Sender Fox News. "Das hat der arglistige Justin Trudeau mit dieser Pressekonferenz getan."

Trump hatte an Bord der Air Force One auf dem Weg von Kanada nach Singapur von Trudeaus Äußerungen erfahren und dann rasch via Twitter reagiert. Mittlerweile ist der US-Präsident in Asien eingetroffen. Am Dienstag soll das Treffen mit Kim stattfinden.

syd/AFP/Reuters/dpa

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