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G8 in L'Aquila: Obama macht Atomsicherheit zur Chefsache

Barack Obama verschärft den Kampf gegen den illegalen Atomhandel: Beim Treffen der G8 in Italien kündigte er einen Gipfel für März kommenden Jahres an. Der US-Präsident hält die Terrorgefahr durch gestohlenes Nuklearmaterial für die größte Bedrohung der Weltsicherheit.

L'Aquila - Barack Obama hat beim G-8-Gipfel in Italien detaillierte Pläne für ein Spitzentreffen über atomare Sicherheit vorgestellt. Der US-Präsident wolle die Staats- und Regierungschefs von 25 bis 30 Ländern schon im März 2010 in die Vereinigten Staaten einladen, teilte das Weiße Haus am Mittwoch beim G-8-Gipfel im italienischen L'Aquila mit. Die Terrorgefahr durch gestohlenes Atommaterial sei die zurzeit größte Bedrohung der Weltsicherheit.

Hauptziel des Gipfeltreffens ist es demnach, Atommaterial zu sichern, das gestohlen werden könnte. Zudem soll die internationale Zusammenarbeit beim Kampf gegen den Handel mit diesen gefährlichen Gütern und dem entsprechenden technologischen Know-how verbessert werden. Obama hatte den Gipfel bei seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten Dmitrij Medwedew zu Wochenbeginn angeregt.

Bei dem Gipfel sollen auch Möglichkeiten gesucht werden, Staaten wie etwa Iran und Nordkorea am Bau von Atomwaffen zu hindern. Besonders im Nahen Osten gebe es "tiefe Besorgnis" über die iranische Atombedrohung, hatte Obama schon beim Treffen mit Medwedew erklärt. Es drohten ein Rüstungswettlauf und eine wachsende Destabilisierung in der Welt. Russland und die USA müssten bei der nuklearen Abrüstung und Begrenzung der Weiterverbreitung nuklearer Waffen gemeinsam die Führung übernehmen.

Die Staats- und Regierungschefs der G8 setzten Teheran im Streit über das Atomprogramm bei ihrem Treffen in Italien eine Frist bis September. Man wolle Iran die Chance zu Verhandlungen geben, sagte der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy. Er forderte eine Entscheidung bis zum G-20-Gipfel im September.

Wenn es klappe mit einer Verhandlungslösung, sei das wunderbar, sagte Sarkozy. Wenn dies nirgendwohin führe, "wird das nicht ohne Konsequenzen bleiben". Die Staatengemeinschaft sei entschlossen, im Atomstreit Fortschritte zu erzielen. Teheran müsse sich "zwischen August und September" entscheiden, wie die Dinge sich entwickeln sollten: "Pittsburgh, das ist der Termin", fügte er hinzu. Damit spielte Sarkozy auf eine informelle Frist bis zum nächsten G-20-Gipfel an, der im September in Pittsburgh in den USA stattfindet.

Iran betreibt ein Atomprogramm, das nach Angaben aus Teheran ausschließlich der zivilen Nutzung dient. Der Westen fürchtet aber, dass das Land unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung an Atomwaffen arbeitet.

als/AP/AFP/dpa

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