Bundespräsident in Amman Gauck nennt Jordanien wichtigen Helfer in Syrien-Krise

Joachim Gauck sieht in Jordanien einen möglichen Vermittler im syrischen Bürgerkrieg. Beim Besuch bei König Abdullah II. lobte der Bundespräsident, wie der kleine Staat rund 633.000 Flüchtlinge aufnehme.

Gauck in Amman: Der jordanische König empfängt den Gast aus Deutschland mit militärischen Ehren
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Gauck in Amman: Der jordanische König empfängt den Gast aus Deutschland mit militärischen Ehren


"Wir sehen ihn als Partner, der bei einem Ausweg in Syrien eine wichtige Rolle spielen kann." So lobte Bundespräsident Joachim Gauck am Montag König Abdullah II. bei seiner Visite in Amman. Zum Auftakt seines zweitägigen Staatsbesuchs in Jordanien äußerte Gauck seinen Respekt gegenüber dem Land, "das mit wohl fast einer Million Flüchtlingen eine große Last zu tragen hat". Jordanien selbst hat rund 6,5 Millionen Einwohner. Viele Schutzsuchende lebten zudem nicht in Lagern, sondern innerhalb der Gesellschaft und versuchten, Arbeit zu bekommen, sagte Gauck.

Mit Blick auf die Situation in Europa kritisierte der Bundespräsident, dass nicht alle Staaten so wie Deutschland, Schweden und Österreich agierten. Er hoffe, dass die von der Bundesregierung angestrebte Lastenteilung innerhalb der EU bald konkret werde. Es sei die Pflicht Europas, Syriens Nachbarländern bei der Versorgung der Flüchtlinge zu helfen. So erwarte auch die jordanische Regierung, dass Deutschland sich bei der Versorgung der Schutzsuchenden beteilige.

Am Dienstag will Gauck das Flüchtlingslager Asrak nahe der syrischen Grenze besuchen. Laut dem Uno-Flüchtlingshilfswerk sind dort über 28.000 Menschen untergebracht.

mil/dpa



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