Gaza-Abzug Jüdische Fanatiker sprechen Todesfluch gegen Scharon aus

Eine ähnliche Zeremonie hatten Extremisten bereits vor der Ermordung von Ministerpräsident Rabin ausgeführt. Gegner des israelischen Abzugs aus dem Gaza-Streifen versammelten sich auf einem Friedhof und sprachen das Todesurteil über Premier Scharon.


Jerusalem - Rund 20 Gegner des israelischen Abzugs aus dem Gaza-Streifen trafen sich auf dem Friedhof von Rosch Pina in Nordisrael. Unter Leitung des Rabbiners Jossef Dajan riefen die Extremisten die "Engel der Zerstörung" an, Regierungschef Ariel Scharon zu töten. Die als "pulsa dinura" bezeichnete Zeremonie wurde nach Angaben der Internet-Ausgabe der Tageszeitung "Jedioth Achronot" am vergangenen Freitag im Morgengrauen in aramäischer Sprache abgehalten.

An dem Ritual nach alter jüdischer Überlieferung, mit dem auf einen Sünder das Feuer des Himmels herab gerufen wird, nahmen gemäß der Tradition nur verheiratete und bärtige Männer über 40 teil. Der Aufruf richtete sich an die "Engel der Zerstörung", weil nach Einschätzung der Teilnehmer ein Mordanschlag von Menschen wegen der massiven Sicherheitsvorkehrungen im Umfeld Scharons keinen Erfolg haben würde.

"Scharon beraubt die Nation, wir hoffen, dass der Herrgott ihn von uns nimmt", sagte einer der Teilnehmer demnach. Jüdische Extremisten hatten 1995 eine ähnliche Zeremonie abgehalten, bevor der damalige Ministerpräsident Jizchak Rabin ermordet wurde.



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