Gaza-Angriff Netanjahu hofft auf entspannteres Verhältnis mit Türkei

Nach dem israelischen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte Ende Mai ist das Verhältnis mit der Türkei weiterhin eisig. Premier Benjamin Netanjahu bemüht sich allerdings um positive Signale - bis auf eines: Auf eine Entschuldigung Israels solle man nicht warten.

Israelischer Premier Benjamin Netanjahu: Entspannungssignal an Türkei
AFP

Israelischer Premier Benjamin Netanjahu: Entspannungssignal an Türkei


Jerusalem - Gut einen Monat nach dem israelischen Kommandounternehmen gegen pro-palästinensische Aktivisten ist Ministerpräsident Benjamin Netanjahu um Entspannungssignale an die Türkei bemüht. Es gebe zwar noch keine neuen Vereinbarungen zwischen beiden Ländern, sagte Netanjahu am Freitag in einem Fernsehinterview mit Blick auf die von der Regierung in Ankara auf Eis gelegten Beziehungen. Es sei aber gut, die Verschlechterung zu stoppen, sagte Netanjahu.

Eine Entschuldigung seines Landes für den Angriff auf die Hilfsflotte für die Palästinenser im Gazas-Streifen schließt der Premier alledings weiterhin aus. " Israel kann sich nicht entschuldigen, weil seine Soldaten sich selbst verteidigen mussten, um nicht von einer Menge gelyncht zu werden." Allerdings bedauere sein Land den Tod von neun Türken bei dem Einsatz. Nach israelischer Darstellung waren die Soldaten von den türkischen Aktivisten nach dem Entern mit Eisenstangen und Messern angegriffen worden.

Der Militärangriff vom 31. Mai hatte die ohnehin angespannten bilateralen Beziehungen weiter erheblich belastet. Die Türkei berief ihren Botschafter ab und sagte drei gemeinsame Militärübungen ab. Vor zwei Tagen wagten beide Seiten mit einem Treffen zweier Minister eine vorsichtige Annäherung. Netanjahu begrüßte die Gespräche.

Die Türkei fordert von Israel eine Entschuldigung sowie die Zusage von Entschädigungszahlungen für die Opfer des Angriffs. Zudem verlangt Ankara die Einrichtung einer unabhängigen internationalen Untersuchung und die Aufhebung der Blockade des Gaza-Streifens.

can/Reuters/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.