Gaza Erneut Gewalt zwischen Hamas und Fatah

Die Ruhe im Gazastreifen währte nicht lang: Nach einwöchiger Waffenpause flammte die Gewalt zwischen den rivalisierenden Palästinenser-Gruppen Hamas und Fatah wieder auf. Bei Schießereien im Flüchtlingslager Dschebalija wurden mindestens zwei Menschen verletzt und mehrere entführt.


Gaza - In Gaza-Stadt wurde am Neujahrstag auch ein ausländischer Journalist entführt. Fünf bewaffnete Männer stoppten den 50-jährigen peruanischen Pressefotografen Jaime Razuri mit gezogener Waffe, zogen ihn in ein Auto und fuhren mit ihm davon.

Razuri berichtete aus Gaza für die französische Nachrichtenagentur Agence France Press (AFP). Augenzeugen teilten mit, der Fotograf sei offenbar vor dem AFP-Büro verschleppt worden. Zu der Tat bekannte sich niemand.

In den vergangenen Monaten wurden in Gaza mehrfach ausländische Journalisten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen entführt. In den meisten Fällen wurden sie innerhalb weniger Stunden unversehrt wieder auf freien Fuß gesetzt. Im Sommer wurden zwei Journalisten des US-Senders Fox News zwei Wochen lang festgehalten.

Mitte Dezember waren bei Zusammenstößen zwischen den Kämpfern der islamisch-fundamentalistischen Hamas und der gemäßigten Fatah 17 Menschen erschossen worden. Auslöser der Eskalation war am 11. Dezember die Erschießung von drei kleinen Kindern eines Fatah-Funktionärs.

In Jerusalem wiesen israelische Regierungsbeamte am Mittwoch die Darstellung der Hamas zurück, wonach es bei Verhandlungen über eine Gefangenenfreilassung zu Fortschritten gekommen sei. Für die Freilassung des Ende Juni verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit verlangt die Hamas die Freilassung von palästinensischen Häftlingen. Die Bemühungen um eine Lösung dieses Konflikts sind auch ein Thema, wenn der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert am Donnerstag zu Gesprächen mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak in Kairo erwartet wird. Ägypten hat bei den Verhandlungen zur Freilassung des Soldaten eine Vermittlerrolle übernommen.

reh/AP



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