Gaza-Flottille Griechische Polizei verhaftet Kapitän von Hilfsschiff

Da braut sich etwas zusammen: Die griechische Polizei hat den Kapitän eines Schiffs festgenommen, mit dem verbotene Güter nach Gaza transportiert werden sollten. Die Aktivisten auf dem Boot wollen die Abriegelung des Palästinensergebietes durch Israel durchbrechen. Ob ihnen das gelingt, ist offen.

Aktivisten der Gaza-Flottille: Die Abriegelung des Palästinensergebietes durchbrechen
REUTERS

Aktivisten der Gaza-Flottille: Die Abriegelung des Palästinensergebietes durchbrechen


Athen - Die griechische Polizei hat Ernst gemacht und am Samstag den Kapitän eines der Schiffe der Gaza-Hilfsflotte festgenommen. Der 60-Jährige werde bis zu seiner Anhörung vor einem Gericht am Dienstag im Polizeihauptquartier der Hafenstadt Piräus bleiben, teilten die Behörden mit. Der Kapitän des Schiffs "Audacity of Hope" habe versucht, den Hafen ohne Erlaubnis zu verlassen und habe dabei das Leben seiner Passagiere gefährdet, hieß es von Seiten der griechischen Küstenwache.

Die "Audacity of Hope" mit 36 Passagieren, vier Besatzungsmitgliedern und zehn Medienvertretern an Bord sollte gemeinsam mit weiteren Schiffen in den kommenden Tagen Richtung Gazastreifen auslaufen. Die griechischen Behörden hatten im Vorfeld bereits angekündigt, dass Schiffen mit diesem Ziel das Ablegen aus griechischen Häfen untersagt werde.

Die Flottille mit Aktivisten aus den USA, Frankreich und Kanada will 3000 Tonnen verbotene Güter nach Gaza bringen, unter anderem Zement, Medizin und Dünger. Damit soll die Abriegelung des Palästinensergebiets durch Israel demonstrativ durchbrochen werden. Von ursprünglich geplanten 15 Schiffen mit 1500 Passagieren werden wahrscheinlich weniger als zehn Schiffe mit rund 350 Passagieren dabei sein.

Bereits am Freitag hatte die griechische Küstenwache ein Schiff pro-palästinensischer US-Aktivisten aufgebracht, die sich der Flottille anschließen wollten. Das Boot sei schon bald nach dem Verlassen des Hafens von Perama zum Abdrehen gezwungen worden, teilten die Küstenwache und Verantwortliche auf dem Boot mit.

Israel begründet die Blockade des Gazastreifens damit, den Waffenschmuggel in das Palästinensergebiet verhindern zu wollen. Die Palästinenser halten die Abriegelung für rechtswidrig und kritisieren sie als kollektive Bestrafung der 1,5 Millionen Einwohner des Gebiets.

böl/dapd



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 53 Beiträge
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svilsemann 02.07.2011
1. Blockade-Spiegel
Zitat von sysopDa braut sich etwas zusammen: Die griechische Polizei hat den Kapitän eines Schiffs festgenommen,*mit dem*verbotene Güter*nach Gaza transportiert werden sollten. Die Aktivisten auf dem Boot wollen die Abriegelung des Palästinensergebietes durch Israel durchbrechen. Ob ihnen das gelingt, ist* offen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,772003,00.html
Na toll, da verhängt Israel eine jahrelange menschenrechtswidrige Blockade über den Gaza-Streifen, die in aller Welt - voran von der Uno - als eindeutiger Völkerrechtsverstoß immer wieder verurteilt wird, aber Spiegel-Online macht sich auch noch zum Handlanger einer solchen Politik, in dem er "Zement, Medizin und eben Dünger" ganz einfach zu "verbotenen Gütern" erklärt.
Mario V., 02.07.2011
2. rechtliche Grundlage?
Mir ist nicht ganz klar, auf welcher rechtlichen Basis Griechenland diesen Schiffen das Auslaufen verbietet. Gegen welches grieschiche oder internationale Gesetz wird verstoßen? Die Schiffe haben nichts geladen, was nicht auch sonst über die Meere transportiert wird. Es sind keine Verbrecher oder Terroristen an Bord. Was also ist aus grieschicher Sicht der Grund, die Schiffe aufzuhalten?
Monsieur_Encadré 02.07.2011
3. nichts als blabla!
Zitat von svilsemannNa toll, da verhängt Israel eine jahrelange menschenrechtswidrige Blockade über den Gaza-Streifen, die in aller Welt - voran von der Uno - als eindeutiger Völkerrechtsverstoß immer wieder verurteilt wird, aber Spiegel-Online macht sich auch noch zum Handlanger einer solchen Politik, in dem er "Zement, Medizin und eben Dünger" ganz einfach zu "verbotenen Gütern" erklärt.
Ist ihnen denn überhaupt klar, wer die "Hilfsgüter" in Empfang nimmt, wenn sie den Hafen von Gaza-City erreichen. Mit Sicherheit nicht irgendwelche Menschenfreunde oder sonstiges. Nein die Hamas. Die Hamas kontrolliert das gesamte Gebiet und ohne ihr Wissen wird dort nichts angeliefert. Außerdem handelt es sich hierbei nicht um eine humanitäre Aktion, sondern lediglich um einen Propagandafeldzug gegen Israel. Ich hoffe ja, dass International gegen diese Menschen gehandelt wird. Sie halten sich ja nicht mal an das Recht, sondern gehen einen Rechtsstaat vor. Da ist es nicht Verwunderns wert, dass es Sanktionen hagelt. Das Recht muss durchgreifen und ich hoffe das Israel vehement an dieser Blockade fest hält und keines der Schiffe passieren lässt! Diese Blockade, wie die Verteidigungspolitik Israels kommt ja nicht von irgendwo. Es ist der Terror gegen diesen Staat, der die Nation dazu bringt gegen die antisemitischen Machenschaften vorzugehen!
CAJ, 02.07.2011
4. ????
Zitat von svilsemannNa toll, da verhängt Israel eine jahrelange menschenrechtswidrige Blockade über den Gaza-Streifen, die in aller Welt - voran von der Uno - als eindeutiger Völkerrechtsverstoß immer wieder verurteilt wird, aber Spiegel-Online macht sich auch noch zum Handlanger einer solchen Politik, in dem er "Zement, Medizin und eben Dünger" ganz einfach zu "verbotenen Gütern" erklärt.
Weder ist die Blockade menschenrechtswidrig da ja sowieso nie vollständig, noch wird (außer von Israel) von keinem Land der Erde erwartet seine Feinde auch noch zu versorgen. Der englische Offizier der zuvor Truppen in Afghanistan und Irak befehligte und vor der UNO bei der Untersuchung wegen des Gazakrieges aussagte stellte dabei fest das Israel die moralischte Armee der Welt hat und er es für einzigartig hält das Israel sogar während des Krieges noch seine Feinde mit Strom, Wasser und mediziner Hilfe versorgt hat. Übrigens hat der Gaza eine Grenze mit Ägypten. Israel sollte seine ganz dicht machen, solange in Gaza Leute gewählt werden die Hitlers Endlösung vollenden möchten. Und wie "objektiv" die UNO Verurteilungen zustande kommen und was sie angesichts der zahlreichen Nichtverurteilungen von echten Völkermord wert sind sollte auch dem leichtgläubigsten Anhängern von Linken und Grünen klar sein.
spiegelator 02.07.2011
5. Ist Recht jetzt beliebig manipulierbar ?
Rechtsverstöße sind zu belegen, sonst sind es keine oder es ist kein Recht, sondern Diktatur, nackter Machtmißbrauch. Was sind verbotene Güter, wer verbietet mit welchem Recht und wer hat das ganze kontrolliert ? Langsam habe ich den Eindruck, wir in Europa nähern uns mit wachsender Geschwindigkeit der somalischen Rechtspraxis an. Wie versteht da eigentlich die Presse ihre Aufgabe ?
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