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Siebenstündige Feuerpause: Israel lässt humanitäre Hilfe für Gaza zu

AFP

Die siebenstündige Waffenruhe soll Hilfslieferungen in den Gaza-Streifen erlauben. Ausgenommen ist das Gebiet von Rafah. Den Beschuss der dortigen Uno-Schule räumt Israel nun ein - der Angriff habe drei Extremisten gegolten.

Gaza/Tel Aviv - Israel hat für Montag eine siebenstündige humanitäre Waffenruhe angekündigt. Wie die Streitkräfte am frühen Montagmorgen mitteilten, soll die Feuerpause um 10 Uhr beginnen (9 Uhr MESZ). Sie solle für den Großteil des Gaza-Streifens gelten. Ausgenommen seien Gebiete, in denen die Armee gegen Extremisten vorgehe. Nach israelischen Medienberichten bezieht sich diese Einschränkung auf Regionen von Rafah im südlichen Gaza-Streifen.

Jeder Verstoß gegen die Waffenruhe werde sofortige Konsequenzen haben, erklärte Generalmajor Joav Mordechai. Während der Feuerpause sollen humanitäre Hilfsgüter in das Gebiet am Mittelmeer gebracht werden können. Außerdem sollen geflüchtete Palästinenser wieder in ihre Häuser zurückkehren können, hieß es in der Zeitung "Jerusalem Post" weiter.

Am Freitag war eine geplante dreitägige Feuerpause, auf die sich beide Seiten geeinigt hatten, bereits nach wenigen Stunden gebrochen worden.

Israels Militär räumte unterdessen ein, ein Ziel nahe einer Uno-Schule bei Rafah beschossen zu haben. Gegolten habe der Angriff drei Militanten auf einem Motorrad, teilten die Streitkräfte am Sonntagabend mit. Die "Konsequenzen" des Angriffs würden geprüft.

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Gaza-Krieg: Neue Kämpfe vor der Waffenruhe
Nach palästinensischen Angaben wurden dabei mindestens zehn Menschen getötet. Augenzeugen zufolge saßen eine Gruppe von Kindern und einige Erwachsenen vor dem Haupttor der Schule im Schatten, als es zu einer Explosion kam.

Israel: Ranghoher Kommandeur getötet

Die Uno und die USA kritisierten den Vorfall scharf. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte ihn eine "moralische Schandtat" und "kriminellen Akt", US-Außenamtssprecherin Jen Psaki sagte, die USA seien erschüttert über den "schandhaften Vorfall". Erst vor wenigen Tagen waren andere Uno-Einrichtungen im Gaza-Streifen beschossen worden.

In der Nacht zum Montag flog Israel neue Angriffe, bei denen nach palästinensischen Angaben elf Menschen starben. Darunter soll auch ein ranghoher Kommandeur der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad sein.

Eine israelische Armeesprecherin sagte am Montag, Danijal Mansur sei nach Geheimdienstinformationen für die Koordinierung von Raketenangriffen auf Israel zuständig gewesen. Allein am Sonntag haben militante Palästinenser 120 Raketen auf Israel abgefeuert. Nach Medienberichten wurde Mansur bei einem Luftangriff in Dschabalija getötet.

Ausführliche Hintergründe zur folgenden Infografik finden Sie in unserem Datenlese-Blog.

fab/AFP/dpa

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