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Gaza-Konflikt: Europaweite Proteste gegen Israels Militäroffensive

Zehntausende Palästinenser haben in europäischen Großstädten gegen die israelischen Militäreinsätze im Gaza-Streifen demonstriert. In London bewarfen Demonstranten den Regierungssitz in der Downing Street mit Hunderten von Schuhen, um ihrem Ärger Luft zu machen.

Frankfurt am Main/London - Die größte Demonstration gab es in Paris, wo sich am Place de la République über 20.000 Menschen versammelten. Große Protestaktionen gab es auch in Berlin, Düsseldorf, Salzburg, Madrid, im schwedischen Uppsala sowie in der türkischen Hauptstadt Ankara. Es blieb fast überall friedlich. Lediglich in Athen kam es zu Ausschreitungen.

In Deutschland versammelten sich allein in Frankfurt am Main nach Angaben der Polizei rund 10.000 Menschen. Zu hören waren Sprechchöre wie "Freiheit für Palästina" und "Stoppt den Mord und stoppt den Krieg". In London schleuderten Demonstranten als Zeichen ihres Protestes Hunderte Schuhe in Richtung des Amtssitzes des Premierministers in der Downing Street.

Die abgesperrte Straße war mit Schuhen übersät. Schuhwerfen ist bei Muslimen ein Zeichen der Missachtung. Weltbekannt wurde unlängst ein irakischer Journalist, als er seine Schuhe auf US-Präsident George W. Bush schleuderte.

Sofortiges Ende der Kämpfe gefordert

Auch die Demonstration in London verlief friedlich. Die Teilnehmer, zu denen auch die Popsängerin Annie Lennox zählte, forderten die sofortige Einstellung der Angriffe. Auch in anderen britischen Großstädten wie Manchester, Liverpool und Glasgow gab es Protestveranstaltungen.

In der türkischen Hauptstadt Ankara versammelten sich den zweiten Tag in Folge mehrere tausend Demonstranten, die Polizei sprach von 5000 Teilnehmern.

Israel verstärkt Bombardements

Nach den über einwöchigen Luftschlägen hat Israel am Samstag mit dem Einsatz der Artillerie seine Angriffe auf den Gaza-Streifen ausgeweitet. Wie israelische Medien berichteten, wurden vor allem Ziele entlang des Grenzverlaufs beschossen. Schwere Explosionen wurden auch aus Gaza-Stadt gemeldet.

Von Beobachtern wurde der Artillerieeinsatz als möglicher Hinweis auf den bevorstehenden Beginn der angedrohten Bodenoffensive gesehen. Auch die israelische Luftwaffe setzte ihre Angriffe auf Einrichtungen der in Gaza herrschenden radikal-islamischen Hamas fort, während militante Palästinenser weiter Raketen auf Israel abfeuerten.

hil/AP/AFP

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