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Gaza-Konflikt: Hamas kündigt Feuerpause an

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Die Hamas reagiert auf die erneuten Angriffe durch das israelische Militär: Die Radikalislamische Organisation hat sich zu einer Waffenruhe bereit erklärt.

Gaza/Tel Aviv - Die radikal-islamische Hamas ist nach eigenen Angaben mit einer neuen 24-stündigen Waffenruhe einverstanden. Diese solle am Sonntag um 13 Uhr MESZ (14 Uhr Ortszeit) beginnen, sagte ein Sprecher der Organisation. Demnach vereinbarten die verschiedenen "Widerstandsgruppen" den Waffenstillstand auf Bitten der Vereinten Nationen.

Der Hamas-Sprecher begründete den Schritt auch mit dem bevorstehenden Fest Eid al-Fitr am Ende des Fastenmonats. Es soll Montag oder Dienstag beginnen. Das genaue Datum hängt davon ab, wann der Neumond zu sehen ist.

In einer ersten Reaktion sagte eine israelische Armeesprecherin, die politische Führung Israels müsse nun über das weitere Vorgehen entscheiden.

Am Morgen hatte die israelische Armee eine einseitige Waffenruhe für beendet erklärt und wieder damit begonnen, Ziele im Gazastreifen unter Beschuss zu nehmen. Dabei wurden bis zum Mittag nach Angaben von Rettungssanitätern mindestens neun Palästinenser getötet und rund 30 verletzt.

Die Waffenruhe war am Samstagabend vom israelischen Sicherheitskabinett verlängert worden. Die Hamas hatte allerdings angekündigt, man werde eine Feuerpause erst einhalten, wenn Israel seine Bodentruppen aus dem Gazastreifen abziehe. Der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen dauerte an. Nach Angaben des israelischen Militärs landeten am Sonntagmorgen fünf Raketen in unbewohntem Gebiet, zwei weitere wurden demnach mit dem Abwehrsystem "Iron Dome" abgefangen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte in einer Erklärung zur Beendigung der einseitigen Waffenruhe am Sonntag die Hamas wegen "des zynischen Gebrauchs der Einwohner von Gaza als menschliche Schutzschilde" für die zivilen Opfer der Angriffe verantwortlich.

Bei der knapp dreiwöchigen Militäroffensive sind mehr als 1000 Palästinenser getötet worden, der Großteil davon Zivilisten. Auf israelischer Seite starben insgesamt 43 Soldaten und drei Zivilisten.

bim/Reuters/AFP/dpa

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1. Sind die Raketen ausgegangen?
michibln 27.07.2014
Irgendwie ist dieser Konflikt ein ewiges deja-vu. Wann werden die Palästinenser endlich begreifen, dass die Konfrontation nichts bringt. Oder ist das wirklich das einzige, was wollen: den Märtyertod.
2.
spmc-128853628623203 27.07.2014
Wieso "Wiederstandsgruppen"? Die Hamas sind Wiederstandsgruppen. Radikal, ja. Die Israelis sind sind genauso radikal.
3. ...
Eihan 27.07.2014
Auf beiden Seiten sind wohl Hardliner für die der schrecklichste Feind der Frieden ist. Aber da die Waffenruhe der Hamas erst mit Abzug der israelischen Soldaten "in Kraft" tritt, und diese außerhalb von massivsten internationalen Druck erst abziehen, wenn das Tunnelsystem und damit die Möglichkeit für den Raketenbeschuss beseitigt ist... im Grunde nur ein politscher Winkelzug einen "Sieg" zu verkünden, egal wie es sich weiter entwickelt. Das der internationale Druck zu Stande kommt ist weder wahrscheinlich, noch begrüssenswert, da dafür ein starker Wandel in der Aussenpolitik von verschiedenen Nationen statt finden müsste und im Grunde die Welt das Existenzrecht Israels absprechen müsste.
4. hamas auf dem Weg zur Erkenntnis ??
nickleby 27.07.2014
Diese Gruppierung könnte unter Umständen begreifen, dass Friede mit Idrael der Weg ins Leben ist, Krieg, der Weg in den Untergang. Deutschland und die anderen Verbündeten werden es nicht zulassen, dass durch die Maßnahmen der Hamas der Bestand Isarels gefährdet wird. Also : Einsicht in die Notwendigkeit der Koexistenz ist der Rettungsring für die Hamas
5. Wenn...
Afrojüdischer_Sozi-Sinti 27.07.2014
...ein fortschrittliches Land wie Israel, mit breiter internationaler Unterstützung, sich nur gegen einen grausamen aber auch unterlegenen Gegner wie die Hamas Verteidigen kann, sodass dabei ein anderes Land solch massive Verluste der Zivilbevölkerung zu beklagen hat, dann sollte das ein Warnsignal für alle sein, die in Krieg ein legitimes Mittel zur Lösung politischer Probleme sehen. Palästina ist kein Industriestaat mit einem Massenvernichtungspotential wie Deutschland. Israel schon. Konservative Fanatiker, Rechtspopulisten und religiösen Fanatiker gewinnen auf beiden Seiten an Einfluss.
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Fotostrecke
Gaza-Konflikt: Friede den Trümmern

Fläche: 22.072 km²

Bevölkerung: 8,358 Mio.

Regierungssitz: Jerusalem

Staatsoberhaupt:
Reuven Rivlin

Regierungschef: Benjamin Netanjahu

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