Gaza-Konflikt: Israel und die Hamas stimmen zwölfstündiger Feuerpause zu

Rauchwolke nach Raketeneinschlag in Gaza-Stadt: Für zwölf Stunden will Israel mit dem Bombardement aufhören Zur Großansicht
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Rauchwolke nach Raketeneinschlag in Gaza-Stadt: Für zwölf Stunden will Israel mit dem Bombardement aufhören

Bewegung bei den diplomatischen Bemühungen im Gaza-Konflikt: Israels Premier Netanjahu kündigte für Samstag eine zwölfstündige Feuerpause an. Die Hamas stimmte zu. Eine Konferenz in Paris soll einem längeren Waffenstillstand den Weg ebnen.

Tel Aviv/Kairo - Es ist ein kleiner Erfolg nach einem Rückschlag: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat für Samstag eine zwölfstündige Feuerpause angekündigt. Das sagte ein Sprecher der US-Regierung am Freitagabend in Kairo. Die Waffenruhe soll am Morgen beginnen. Die Hamas stimmte der Unterbrechung der Auseinandersetzungen zu. Wenige Stunden zuvor hatte Netanjahu noch einen von US-Außenminister John Kerry vorgeschlagenen Plan für eine siebentägige Waffenruhe abgelehnt.

Dennoch gab sich Kerry optimistisch: "Das endgültige Gerüst haben wir noch nicht, aber wir hören nicht auf, daran zu arbeiten", sagte er in Kairo. Es habe ernsthafte Fortschritte bei den Verhandlungen gegeben. Die militanten Palästinenser in Gaza hatten zunächst nicht offiziell auf den Plan von Kerry reagiert.

Während der Feuerpause soll sich die Zivilbevölkerung mit Lebensmitteln und Wasser versorgen können. Die Krankenhäuser könnten ihre Medikamentenvorräte aufstocken und die Internationalen Hilfsorganisationen humanitäre Hilfe leisten.

Zuvor hatte Kerry angekündigt, am Samstag zu weiteren Beratungen nach Paris zu reisen. In einer internationalen Außenministerkonferenz soll dort über den Gaza-Konflikt und eine mögliche längere Waffenruhe beraten werden. Mit von der Partie sind nach Angaben von französischen Diplomaten Frankreichs Außenminister Laurent Fabius, US-Außenminister John Kerry, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sowie ihre Amtskollegen aus Großbritannien, Italien, Katar und der Türkei. Auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton soll anwesend sein.

Bei dem Treffen soll es den Angaben zufolge darum gehen, die derzeit kursierenden internationalen Vorschläge für eine Waffenruhe zusammenzuführen, um "möglichst schnell" die Bedingungen für einen mehrtägigen Waffenstillstand im Gazastreifen auszuarbeiten.

Kerrys Plan sieht eine einwöchige Feuerpause vor. In dieser Zeit sollten Israel und die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas unter ägyptischer Vermittlung Gespräche über eine längerfristige Friedenslösung aufnehmen. Von der Waffenruhe ausgenommen wären israelische Einsätze zur Zerstörung der Tunnel der Hamas, die für Terrorzwecke gebaut worden sein sollen. Die Zerstörung dieses Tunnelsystems ist das erklärte Ziel von Israels Bodenoffensive, die vor gut einer Woche begonnen hat.

Trotz der Verhandlungen waren die Kämpfe am 18. Tag nach Ausbruch des Konflikts in unverminderter Härte fortgesetzt worden. Die Palästinenser beklagen bislang mehr als 800 Tote, die Israelis 30 Opfer.

jbe/Reuters/AFP

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1. Kann mir jemand erklären
kasssandra 25.07.2014
Zitat von sysopAFPEin siebentägiger Waffenstillstand ist das Ziel der Vermittlungsbemühungen von US-Außenminister John Kerry im Gaza-Konflikt. Dagegen sperrt sich Israel noch. Am Freitagabend jedoch kündigte Premier Netanjahu immerhin eine zwölfstündige Feuerpause. http://www.spiegel.de/politik/ausland/gaza-konflikt-israel-kuendigt-zwoelfstuendige-feuerpause-an-a-982978.html
warum sich keiner aufregt, dass HAMAS ununterbrochen Terror aus übt und Israel mit Raketen beschießt? Verstehen die Palestinenser in GAZA Ursache und Wirkung nicht? Mir scheint sie möchten als menschliche Schutzschilde missbraucht werden. Ich kann die Schuldzuweisung an Israel nicht mehr hören. Warum jagen sie die HAMAS nicht zum Teufel.Deren Führer sind menschenverachtend. Kann mich nicht erinnern, dass die Bevölkerung im GAZA Streifen über die Ermordung der 3 jugendlichen Israelis sonderlich betroffen waren. Anders die Reaktion als der palestinenische Jugendliche ermordet wurde.
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Gaza-Krieg: Flüchtlinge suchen Schutz

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