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Gaza-Konflikt: Amnesty International wirft Israel Kriegsverbrechen vor

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AP/dpa

Kriegsschäden im Gaza-Streifen: Amnesty erhebt Vorwürfe gegen Israel

Mehr als 2100 Palästinenser wurden während des Gaza-Konflikts im Sommer getötet. Laut Amnesty International wurden viele von ihnen Opfer von Kriegsverbrechen. Israel weist die Vorwürfe zurück.

Tel Aviv - Das Urteil der Menschenrechtler ist harsch: Israel habe während des Gaza-Konflikts im Sommer dieses Jahres "schamlos das Kriegsvölkerrecht missachtet", sagt Philip Luther, Direktor des Nahost- und Nordafrika-Programms bei Amnesty International.

Die Organisation hat acht Fälle untersucht, in denen Israels Armee Häuser von Palästinensern im Gaza-Streifen angriff. Bei den Attacken seien mindestens 111 Personen, davon mindestens 104 Zivilisten, getötet worden, schreibt Amnesty in einem Untersuchungsbericht.

In einigen Fällen seien zwar mögliche militärische Ziele ausgemacht worden. Doch die verursachte Zerstörung stehe nicht im Verhältnis zum militärischen Vorteil, beklagt Amnesty International. In keinem der untersuchten Fälle habe die Armee die Einwohner gewarnt.

Israel erhebt Vorwürfe gegen Amnesty International

Israels Regierung wies die Vorwürfe zurück. Das Außenministerium kritisierte außerdem, dass Amnesty die dokumentierten Kriegsverbrechen der Hamas ignoriere. "Der Bericht verwendet weder das Wort Terror in Verbindung mit der Hamas oder anderen bewaffneten palästinensischen Gruppen, noch erwähnt er die Tunnel, die von der Hamas errichtet wurden, um Israel zu infiltrieren und Terroranschläge zu verüben", erklärte das israelische Außenministerium.

Während des 50-tägigen Gaza-Krieges im Sommer waren mehr als 2100 Palästinenser und mehr als 70 Israelis getötet worden. Die Hamas und andere militante Gruppen hatten mehr als 4500 Raketen auf Israel abgefeuert. Die israelische Armee griff mehr als 5000 Ziele in dem Küstenstreifen am Mittelmeer an.

syd/AP/dpa

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