Gaza-Streifen: Drei Palästinenser sterben bei israelischen Luftangriffen

Neue Runde der Gewalt in Nahost: Bei israelischen Luftangriffen wurden im Gaza-Streifen drei Palästinenser getötet. Militante Palästinenser feuerten sechs Raketen auf den Süden Israels ab.

Gaza/Tel Aviv - Israels Luftwaffe hat in der Nacht zum Freitag Angriffe auf Ziele im Gaza-Streifen geflogen. Bei den neuen Auseinandersetzungen wurden insgesamt drei Palästinenser getötet und zwölf weitere verletzt. Eine Attacke habe das Haus einer palästinensischen Familie im Osten der Stadt Gaza getroffen, das an ein Ausbildungszentrum der militanten Kassam-Brigaden grenze, teilten Rettungskräfte mit. Der Großvater der Familie sei ums Leben gekommen. Zwei weitere Angriffe hätten ebenfalls Ausbildungszentren als Ziel gehabt.

Zuvor hatte eine israelische Rakete ein Auto in Gaza-Stadt getroffen. Die beiden Insassen starben, zwei weitere Personen wurden verletzt. Nach israelischen Angaben war einer der Getöteten ein Mitglied der al-Aksa-Brigaden, des bewaffneten Arms der gemäßigteren Organisation Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Westjordanland. Es habe sich um Ismail Batasch gehandelt, der an mehreren Terroranschlägen gegen Israelis beteiligt gewesen sei und weitere vorbereitet habe.

Das israelische Militär bestätigte die nächtlichen Angriffe auf "Terrorziele" im Gaza-Streifen. Es habe sich um Vergeltungsaktionen gehandelt. Im Süden Israels schlugen in der Nacht an der Grenze zum Gaza-Streifen insgesamt sechs Raketen von militanten Palästinensern ein.

als/AFP/dpa

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Knackpunkte der Nahost-Gespräche
Sicherheit
DPA
Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei. Obwohl es in den vergangenen Jahren kaum noch Selbstmordanschläge palästinensischer Terroristen gibt, fühlen sich die Israelis bedroht.

Die israelischen Grenzstädte werden immer wieder von Raketen der radikalislamischen Hamas beschossen. Schlagen diese Geschosse auf israelischer Seite ein, kommt es regelmäßig zu Vergeltungsschlägen auf palästinensischem Gebiet. Die Palästinenser machen ihrerseits Angriffe durch das israelische Militär geltend.

Flüchtlinge
DPA
Als Folge der Kriege 1948/49 und 1967 gibt es in den palästinensischen Gebieten und Israels Nachbarländern 4,8 Millionen registrierte palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachkommen.

Die Flüchtlinge beharren auf das Recht, in ihre Heimat im heutigen Israel zurückkehren zu dürfen, Israel verneint dieses Recht und will den Verzicht auf eine Rückkehr in einem Friedensvertrag festschreiben.

Grenzen
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Nach dem Willen der Palästinenser soll ihr Staat die 1967 von Israel besetzten Gebiete Westjordanland, Gaza und Ost-Jerusalem umfassen. Israel beansprucht jedoch Teile dieses Territoriums – entgegen internationalem Recht – für sich. Israel hatte den Gaza-Streifen 2005 zwar geräumt, sein Embargo seit der Machtübernahme der Hamas 2007 aber verschärft.

Israel will zudem an Teilen des Westjordanlands festhalten. Dort gibt es rund 120 jüdische Siedlungen mit etwa 300.000 Israelis. In Ost-Jerusalem leben nach Angaben israelischer Menschenrechtler weitere 200.000. Nach internationalem Recht sind diese Siedlungen auf besetztem palästinensischen Gebiet illegal und müssen geräumt werden.

Jerusalem
AP
Der künftige Status der Stadt mit heiligen Stätten von Juden, Muslimen und Christen ist besonders umstritten. Israel beharrt auf dem ungeteilten Jerusalem als Hauptstadt. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Im Jahr 2000 scheiterte der Nahost-Gipfel an der Jerusalemfrage.
Golan
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Syrien dringt darauf, dass die 1967 besetzten Golanhöhen im Rahmen einer Friedenslösung zurückgegeben werden. Von der 1150 Quadratkilometer großen Hochebene hat Israels Armee einen guten Blick nach Syrien und in den Libanon. Umgekehrt könnten die Syrer vom Golan aus große Teile Israels überwachen. Heute leben in dem Gebiet neben rund 20.000 Syrern auch etwa 20.000 jüdische Einwohner.
Scheba-Farmen
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Das 30 Quadratkilometer kleine Gebiet an der Grenze von Syrien, Libanon und Israel ist seit langem umstritten. Die Vereinten Nationen und die USA sind der Ansicht, dass das Territorium als Teil der Golanhöhen zu Syrien gehört. Der Libanon und Syrien haben ihre Ansprüche bislang nicht eindeutig formuliert und wollen den Grenzdisput nach einem israelischen Rückzug klären.
Wasser
REUTERS
Schon vor 20 Jahren wurde vor einem drohenden Nahost-Krieg um Wasserquellen gewarnt. Wegen des Bevölkerungswachstums und der oft rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen werden die Süßwasservorräte immer knapper. Amnesty International wirft Israel vor, Palästinenser bei der Nutzung der gemeinsamen Ressourcen zu benachteiligen, was die Regierung zurückweist. Die Kontrolle des von Israel genutzten Wassers ist auch ein Streitpunkt im Ringen um die künftige israelisch-syrische Grenze auf den Golanhöhen.