Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Gaza-Streifen: Hamas verbietet Frauen die Wasserpfeife

Im Gaza-Streifen wird das Leben für Frauen immer mehr eingeschränkt: Jetzt verhängte die radikalislamische Hamas ein Wasserpfeifenverbot für Frauen in der Öffentlichkeit. Die Begründung: Das Schischa-Rauchen gefährde Ehen.

Wasserpfeifen in einem Café im Gaza-Streifen: Hamas schränkt die Frauenrechte ein Zur Großansicht
AFP

Wasserpfeifen in einem Café im Gaza-Streifen: Hamas schränkt die Frauenrechte ein

Gaza - Sicherheitsbeamte in Zivil überbrachten den Kaffeehäusern am Wochenende die Anordnung. Das Rauchen in der Öffentlichkeit widerspreche den Sitten und führe zudem zu Scheidungen, erklärte ein Polizeisprecher zur Begründung. Häufig ließen sich Ehemänner von ihren Frauen scheiden, wenn die rauchend gesehen würden, sagte er. Es sei nicht angemessen, wenn Frauen mit überschlagenen Beinen in der Öffentlichkeit säßen und Wasserpfeife rauchen, sagte der Polizeisprecher weiter. Das schade dem Ansehen der Palästinenser.

Bei vielen Café-Besitzern im Gaza-Streifen sorgte das neue Verbot für Verwirrung - sie glaubten, das Rauchen sei nun für Frauen und Männer untersagt worden. Hamas-Sprecher versicherten dann aber, dass das Verbot nur für Frauen gelte.

Wasserpfeifen sind in Gaza bei Männern und Frauen gleichermaßen beliebt. Frauen rauchten häufig in gemischten Gruppen, auch konservative Musliminnen nahmen häufig einen Zug aus der Pfeife ihres Mannes.

Ein Vertreter der Gastronomiebranche in Gaza erklärte, durch das Verbot würden Café-Besitzer bis zu zehn Prozent ihres Einkommens einbüßen.

Seit die Hamas 2007 in Gaza an die Macht gelangte, versucht sie, den Bürgern ihre strenge Auslegung des Islams aufzuzwingen. Unter anderem wurden Schülerinnen angewiesen, züchtige Kleidung zu tragen, und Friseure dürfen in Damensalons nicht mehr Haare schneiden.

Ashton: "Wir brauchen fortgesetzten internationalen Druck"

Unterdessen dauern internationale Bemühungen an, zwischen Palästinensern und Israelis zu vermitteln. EU-Außenpolitikchefin Catherine Ashton besuchte den Gaza-Streifen und forderte Israel erneut nachdrücklich auf, die Grenzen zu öffnen. Nach der Lockerung der Blockade gelte es weiter auf Fortschritte zu dringen, sagte sie am Sonntag. Der internationale Druck müsse aufrechterhalten werden. Ashton ist die bislang ranghöchste Politikerin, die nach Lockerung der Blockade den Gaza-Streifen besucht.

Noch vor wenigen Wochen hatte Israel Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel verwehrt, ein deutsches Hilfsprojekt in dem Palästinensergebiet zu besichtigen. Nach dreijähriger Blockade lässt Israel jetzt wieder die meisten Konsumgüter zu den 1,5 Millionen Einwohnern des Gaza-Streifens durch. Die Einfuhr dringend benötigter Baustoffe ist jedoch weiterhin beschränkt, und praktisch alle Ausfuhren sind verboten. Ausreisen sind kaum möglich. Die Haltung der Europäischen Union sei eindeutig, erklärte Ashton. Die Menschen müssten sich frei bewegen können, und Waren müssten sowohl eingeführt wie auch aus Gaza exportiert werden können.

Israel sperrt sich aus Sicherheitsbedenken gegen die vollständige Aufhebung der Blockade, die nach dem Wahlsieg der radikalislamischen Hamas im Gaza-Streifen 2007 verhängt worden war. Der von Israel blutig gestoppte Versuch einer Hilfsflotte, nach Gaza durchzukommen, rückte das Problem wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Ashton sprach sich gegen weitere Schiffskonvois aus und sagte, im Mittelpunkt müsse die Öffnung der Grenzen an Land stehen. Ihr Besuch fiel mit dem Eintreffen von Hilfsgütern auf einem von Libyen gecharterten Schiff zusammen, das von der israelischen Marine umgeleitet worden war. Insgesamt 40 Lkw mit Lebensmitteln und Medikamenten sollten im Laufe des Sonntags von israelischer und ägyptischer Seite her über die Grenze kommen.

anr/apn

Diesen Artikel...
Forum - Wohin steuert der Nahost-Konflikt?
insgesamt 252 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
japan10 21.03.2010
Zitat von sysopDie Situation zwischen Israelis und Palästinensern ist verfahren. Nun soll besonders Israel von den Vermittlern des Nahost-Quartetts in die Pflicht genommen werden. Die Regierung in Jerusalem müsse den umstrittenen Siedlungsbau "einfrieren", forderte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Wie kann der Konflikt entschärft werden?
Die, die wirklichen Frieden wollen, werden beseitigt. Das große Geld aus den USA herrscht. Leider haben auch die arabischen Staaten wenig Interesse an einem Frieden. Allen gefällt es sehr den Haß zu schüren und den Konflikt weiter auf die nächste Generation zu übertragen. Die Waffen müssen ja auch zum Einsatz kommen. Da verdient doch jeder mit.
2. durch eine neue göttliche offenbahrung
ranknonsense 21.03.2010
Zitat von sysopDie Situation zwischen Israelis und Palästinensern ist verfahren. Nun soll besonders Israel von den Vermittlern des Nahost-Quartetts in die Pflicht genommen werden. Die Regierung in Jerusalem müsse den umstrittenen Siedlungsbau "einfrieren", forderte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Wie kann der Konflikt entschärft werden?
die palästinenser wandern aus, siedeln irgendwo zwischen kirgistan und der schweiz und deklarieren mit waffegewalt ihren eigenen staat, weil allah ihnen gesagt hat, hier gehören wir hin, denn jehova sagte, hier nicht, ich sage: deutschland sollte auch an palästina leopard panzer verkaufen, denn ich will einen sauberen, fairen kampf. israels jugend tut mir leid, 2 jahre wehrpflicht auch für frauen, ohne dies keinen familiären, gesellschaftlichen respekt, von einem studienplatz ganz zu schweigen. verbrecherstaat. die iraner gehen wenigsten auf die straße.
3.
MagNix 21.03.2010
Sie können uns sichlich erklären, was Sie uns damit sagen wollen?
4. gar nicht
systemfeind 21.03.2010
Zitat von sysopDie Situation zwischen Israelis und Palästinensern ist verfahren. Nun soll besonders Israel von den Vermittlern des Nahost-Quartetts in die Pflicht genommen werden. Die Regierung in Jerusalem müsse den umstrittenen Siedlungsbau "einfrieren", forderte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Wie kann der Konflikt entschärft werden?
der Konflikt ist die Geschäftsgrundlage für viele Politiker im N.O. Bitte keine Kritik an unseren israelischen Freunden . Mal ehrlich : ist es uns nicht völlig egal ob die israelis einen Araber erschießen ?
5. Predator
Andro 21.03.2010
Wer den Film Predator kennt? Wie lange werden Menschen diese Jagdsafari schtillschweigend decken werden? Diese Safari geht langsam in die westliche Läder über, Behörde extragieren sich in eine herschende Kaste die higtech gerüstet ist und die Bevölkerung ostlich rude tretiert. Dieser Mentalität stammt aus konkrett diesem Jagdsafari und kann sich irgendwie im Westen ganz gut im Behördenkreiß eingepflanzt. Brauchen wir das? Europäische Zivilisation hat das beste der Welt gegeben, warum lassen wir das auch bei uns zu Hause uns wegnehmen und zerstören. Wollen wir langsam alle zu Palästinenser werden die von Übermenschenkaste gejagt wird und und den Mentalität vorschreibt?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: