Gaza-Streifen Israel bombardiert Hamas-Ministerien

Israels Luftwaffe hat im Gaza-Streifen mehrere Ministerien der Hamas-Regierung attackiert. Ministerpräsident Ehud Olmert drohte den Palästinensern mit weiteren Vergeltungsmaßnahmen, sollte es weiter Raketenangriffe geben.


Gaza/Tel Aviv - Die israelische Luftwaffe hat gestern Abend eine Serie von Angriffen gegen die radikalislamische Hamas in Gaza geflogen. Ziele seien der leere Regierungssitz des abgesetzten palästinensischen Ministerpräsidenten Ismail Hanija, das Hamas-Innenministerium und andere Einrichtungen der Organisation gewesen, teilte eine Sprecherin des israelischen Militärs mit.

Ein Angriffsziel sei auch eine Metallwerkstatt gewesen, in der nach israelischer Darstellung Kassam-Raketen gefertigt wurden. Nach palästinensischen Angaben wurden etwa 25 Anwohner und zwei Sicherheitsleute der Hamas verletzt.

Krankenhausmitarbeiter teilten mit, ein sechs Monate altes Baby sei bei den Attacken getötet worden. Auch seien ein Mitglied der Brigaden der Märtyrer von al-Kassam sowie zwei Anhänger der palästinensischen Volkswiderstandskomitees ums Leben gekommen. Mitglieder der radikalislamischen Hamas, die den Gaza-Streifen kontrolliert, reagierten den Augenzeugen zufolge mit Maschinengewehrfeuer.

Palästinensische Extremisten beschossen ihrerseits die israelische Stadt Sderot mit rund 50 selbst gebauten Kassam-Raketen.

US-Außenministerin Condoleezza Rice forderte bei einem Treffen mit dem israelischen Regierungschef Ehud Olmert in Tokio ein sofortiges Ende der palästinensischen Raketenangriffe auf Israel. Allerdings dürften auch die unschuldigen Zivilisten und die "humanitäre Lage" im Gaza-Streifen nicht aus dem Blick geraten. Rice will kommende Woche erneut in den Nahen Osten reisen, um die Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern zu unterstützen.

Olmert drohte den radikalen Palästinensern im Gaza-Streifen mit Vergeltung, sollten sie ihre Raketenangriffe nicht stoppen. Er habe US-Außenministerin Condoleezza Rice gesagt, dass Israel den Kampf nicht aufgeben werde, sagte der Regierungschef in Tokio: "Wir werden die Terroristen einen hohen Preis zahlen lassen." Zwar müsse Israel schmerzhafte Schläge einstecken, es werde jedoch noch viel schmerzhaftere austeilen, warnte Olmert.

als/AFP/dpa



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