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Einigung mit Palästinensern: Israel erlaubt Wiederaufbau im Gaza-Streifen

Ruinen im Gaza-Streifen: Sechs Milliarden Euro kostet der Wiederaufbau Zur Großansicht
AFP

Ruinen im Gaza-Streifen: Sechs Milliarden Euro kostet der Wiederaufbau

Im jüngsten Gaza-Krieg hat Israel etwa 18.000 Häuser zerstört, mehr als 100.000 Menschen sind obdachlos. Nun kann der Wiederaufbau beginnen: Israelis und Palästinenser haben sich auf den Import von Baustoffen geeinigt.

Jerusalem/New York - Die Menschen im Gaza-Streifen sollen bald mit dem Wiederaufbau beginnen können. Unter Vermittlung der Vereinten Nationen haben sich Israelis und Palästinenser auf die Bedingungen geeinigt, unter denen künftig Baustoffe in das abgeriegelte Gebiet geliefert werden können.

Das Abkommen sieht vor, dass die palästinensische Autonomiebehörde die Arbeiten leitet, diese allerdings von Uno-Beobachtern beaufsichtigt werden. Diese sollen dafür sorgen, "dass das Material ausschließlich seinen zivilen Verwendungszwecken zugeführt wird", sagte Uno-Nahostvermittler Robert Serry vor dem Sicherheitsrat in New York. Erstmals soll auch der private Sektor beim Wiederaufbau einbezogen werden.

Israel will verhindern, dass die Hamas im Gaza-Streifen die Baustoffe dazu nutzt, Bunker und Tunnelanlagen zu errichten.

Ägypten richtet Geberkonferenz für Gaza aus

Die palästinensische Autonomiebehörde hatte die Kosten des Wiederaufbaus mit 7,8 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa sechs Milliarden Euro, angegeben. Serry sagte, er habe "schockierende Zerstörungen" gesehen. "Ganze Wohnviertel sind nur noch Ruinen."

Während des jüngsten Gaza-Kriegs wurden auf palästinensischer Seite etwa 18.000 Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Mehr als 100.000 Menschen sind obdachlos, allein 65.000 leben derzeit noch immer in überfüllten Uno-Einrichtungen.

Der stellvertretende palästinensische Premierminister Mohammed Mustafa sagte in der vergangenen Woche, dass internationale Geldgeber zögerten, den Wiederaufbau zu finanzieren, so lange die Hamas in Gaza herrsche und damit ein neuer Krieg drohe. Am 12. Oktober richtet Ägypten gemeinsam mit Norwegen eine Geberkonferenz aus, auf der Gelder gesammelt werden sollen.

Uno-Vermittler Serry dämpfte jedoch die Erwartungen an das Treffen: Er erinnerte an eine ähnliche Konferenz 2009. Auch damals versprachen Staaten aus aller Welt nach der israelischen Militäroperation "Gegossenes Blei" großzügige Hilfen für Gaza. Diese kamen jedoch niemals an, weil Israel die Einfuhr von Baumaterialien weitgehend blockierte.

Am Dienstagabend feuerten militante Palästinenser erstmals seit Beginn der Feuerpause am 16. August wieder Mörsergranaten auf Israel. Verletzt wurde niemand. nach Angaben aus israelischen Sicherheitskreisen nahm die Hamas die Verantwortlichen im Gaza-Streifen fest.

syd/dpa/AP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
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1. Israel erlaubt Wiederaufbau im Gaza-Streifen
romeov 17.09.2014
...habe selten eine Headline gelesen, die die politische Lage im Gaza-Streifen besser beschreibt. Das ist schon zynisch, wenn man für den Wiederaufbau auch noch eine Genehmigung braucht.
2.
fludd 17.09.2014
Das klingt ja sehr großzügig, dass Israel den Palästinensern zugesteht, die von Israel in Schutt und Asche gelegten Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser und Verkehrswege wieder aufzubauen. Israel tut sich mit seiner überheblichen Besatzermentalität möglicherweise keinen Gefallen. Die alltägliche Erniedrigung welche die Palis erleiden müssen, ist nicht geeignet, für Entspannung zu sorgen.
3. ?
rosenrot367 17.09.2014
"Das Abkommen sieht vor, dass die palästinensische Autonomiebehörde die Arbeiten leitet, diese allerdings von Uno-Beobachtern beaufsichtigt werden". Die palästinensische Autonomiebehörde hat in Gaza gar nixxxx zu sagen - das Sagen hat hier allein die Hamas - und die UNO-Beobachter kann man vergessen. Die haben auch beim letzten Mal "beaufsichtigt" - und wo landete das Baumaterial? In den Terrortunnels! In ein bis zwei Jahren kommt der nächste Krieg - das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Gestern wurden schon wieder Raketen auf Israel gefeuert - mit der Hamas wird es keinen Frieden geben.
4. jenseits jeder Normalität
werner-brösel 17.09.2014
und bei den Mitgliedern der Geberkonferenz werden auch hoffentlich wieder viele zu finden sein, die die Zerstörung finanziert haben? Wann kommt eigentlich endlich die Wiederaufbauabgabe auf Bomben und Granaten?
5. Einseitiger Bericht
David K. 17.09.2014
Wenn mir eine kritische Anmerkung zu diesem Artikel erlaubt ist, dann will ich folgendes kommentieren: Die zerstörten Tunnel in Gaza wurden eben just mit dem Zement der EU gebaut, welcher zum letzten "Wiederaufbau" geliefert wurden. Es ist nur verständlich, dass Israel nun sehr genau hinschaut, was reinkommt und was nicht. Dieser Aspekt findet im Artikel keine Erwähnung. Damit ist dieser Beitrag auf Spon tendenziös.
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Fotostrecke
Fotostrecke: Die Zerstörung im Gaza-Streifen

Fläche: 22.072 km²

Bevölkerung: 8,358 Mio.

Regierungssitz: Jerusalem

Staatsoberhaupt:
Reuven Rivlin

Regierungschef: Benjamin Netanjahu

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