Gaza-Streifen: Tote bei Gefecht zwischen israelischen Soldaten und Hamas

Die heftigsten Kämpfe seit langer Zeit erschüttern den Gaza-Streifen. Bei einem Gefecht zwischen israelischen Soldaten und der radikalislamischen Hamas kamen mehrere Menschen um. Palästinenser hatten Sprengstoff am Grenzzaun zu Israel anbringen wollen.

Jerusalem - Im Gaza-Streifen ist es am Freitag zu einem der heftigsten Kämpfe zwischen israelischen Soldaten und der Hamas seit dem Krieg vom Januar 2009 gekommen. Mindestens zwei israelische Soldaten und zwei militante Palästinenser seien dabei getötet worden, teilten die israelischen Streitkräfte mit. Zwei weitere Soldaten seien verletzt worden.

Die israelischen Truppen hatten den Angaben zufolge das Feuer auf Palästinenser eröffnet, die Sprengstoff am Grenzzaun zwischen Israel und dem von der Hamas kontrollierten Gaza-Streifen anbringen wollten. Nach Angaben der Hamas feuerten israelische Artillerie und Panzer nahe der Stadt Khan Junis. Fernsehaufnahmen des Senders al-Arabija zeigten Krankenwagen, die wegen Gewehrfeuers nicht zu dem Kampfgebiet fahren konnten. Lokale Medien berichteten von fünf verwundeten Zivilisten.

Hamas-Sprecher Abu Obeida sagte im Radio seiner Organisation, die Israelis seien östlich von Khan Junis in einen Hinterhalt seiner Kämpfer geraten. Die Lage im Grenzgebiet zwischen Israel und dem Gaza-Streifen hat sich in den vergangenen Tagen wieder zugespitzt. Militante Palästinenser haben mehr als zwei Dutzend selbst gebaute Raketen auf Israel abgefeuert. Ein thailändischer Landarbeiter kam bei einem Angriff ums Leben. Im Gegenzug haben israelische Kampfflugzeuge Schmugglertunnel bombardiert.

Unterdessen machte die israelische Regierung klar, dass sie trotz des amerikanischen Drucks nicht auf den Bau neuer Wohnungen für Israelis in Ost-Jerusalem verzichten will. Der Standpunkt habe sich nicht geändert, teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Freitag mit.

Später informierte der Premier sein Kabinett über seine gerade beendete Reise nach Washington. Netanjahu war es bei seinem dreitägigen USA-Besuch nicht gelungen, die Krise in den Beziehungen zu dem wichtigsten Verbündeten zu überwinden. US-Präsident Barack Obama, Außenministerin Hillary Clinton und der Nahost-Sondergesandte George Mitchell hatten dem Vernehmen nach die Forderung nach einem Siedlungsstopp in den palästinensischen Gebieten einschließlich des arabischen Ostjerusalems bekräftigt.

ffr/apn/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 49 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. ...
ubietorbi 26.03.2010
Na sehr schön! An diesen beiden ersten Posts kann man sehen woran es krankt: Beide Seiten halten Gewalt für ligitim. Die Kunst besteht nur darin, dem jeweils anderen die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben. So läuft das und läuft das schon seit Jahren. Hoffentlich haben die Palästinenser irgendwann mal die Schnauze voll von der Hamas und die Israelis von rechtsgerichteten Regierungen mit Siedlungsambitionen.
2. völkermord...
MarkusB, 26.03.2010
Der sog. "Völkermord" an den Palästinensern ist der einzige in der Geschichte der Menschheit bei die Bevölkerung rapide ansteigt. Von einer "Bevölkerungsexplosion" zu sprechen wäre allerdings im Zusammenhang mit den Palästinensern unpassend.
3. Beileid den palästinensischen Opfern
445 26.03.2010
Da Israel ja zu keinen Friedensverhandlungen bereit ist, geht die Gewalt wohl von Israel aus.
4. Falle der Hamas
myrtil1 26.03.2010
Anders kann man es nicht bezeichnen, es war eine Falle, die zwei unserer Soldaten das Leben kostete und zwei weitere verletzte. Die vier waren in den Gaza Streifen eingedrungen, nachdem sie in der Nähe des Grenzzaunes verdächtige Aktionen beobachtet hatten - es war eine Falle der Hamas, die später auch die Verantwortung übernahm und von einem geplanten Angriff sprach (http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3868618,00.html). Im folgenden Gefecht wurden zwei IDF Soldaten getötet und zwei weitere verletzt, auf Seien der Hamas gab es vier Tote und einige Verletzte. Wer war da der Angreifer?
5. tendenzen...
TheGrinder 26.03.2010
bemerkenswert an diesem artikel finde ich vielmehr die parteilichkeiten, die schon aus dem vorliegenden text hervorgehen! so ist die rede von kämpfen "zwischen israelischen Soldaten und der radikalislamischen Hamas"... radikalislamisch?! warum in verbindung mit der IDF nicht "nationalzionistisch"?! weiter geht es mit "Mindestens zwei israelische Soldaten und zwei militante Palästinenser seien dabei getötet worden", natürlich waren die palästinenser "militant", das klingt doch gleich viel reisserischer als "zwei palästinenser"... journalistisch-objektiv geht es hier nun wirklich NICHT zu, es gilt die allgemeine deutsche staatsdoktrin, wonach israel machen kann, was es will, und deutschland aus falsch verstandenem "schuldbewusstsein" jegliche aktion israels abnickt. schade eigentlich....
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Nahost-Konflikt
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 49 Kommentare
Fotostrecke
Israel: Gewaltausbruch in Nablus

Fotostrecke
Israel: Straßenschlachten und Polit-Krise

Fotostrecke
Israels Regierungschefs: Wechselspiel der Macht