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Gaza-Stadt: Viele Tote und Verletzte bei Angriff auf Markt

Sanitäter auf Markt in Schedschaija: Mindestens 15 Tote Zur Großansicht
AFP

Sanitäter auf Markt in Schedschaija: Mindestens 15 Tote

Im Gaza-Krieg ist ein Markt Ziel von Artillerieangriffen geworden. Nach palästinensischen Angaben starben dabei 15 Menschen, 160 wurden verletzt. Für den Beschuss einer Schule kritisierte ein Uno-Vize Israel scharf.

Gaza/Tel Aviv - Bei einem Artillerieangriff sind in der Stadt Gaza am Mittwoch mindestens 15 Palästinenser getötet worden. Weitere 160 Menschen erlitten Verletzungen, teilten die palästinensischen Rettungsdienste mit.

Eine israelische Granate habe einen Markt im umkämpften Stadtteil Schedschaija getroffen, hieß es weiter. Eine israelische Armeesprecherin erklärte, das Militär werde den Vorfall prüfen.

Der Angriff ereignete sich den Angaben der Palästinenser zufolge kurz nach dem Beginn einer von Israel ausgerufenen "humanitären Feuerpause". Die vierstündige Waffenruhe, die um 14 Uhr (MESZ) in Kraft trat, galt allerdings laut israelischer Armee nicht in Gebieten, in denen bereits Soldaten im Einsatz waren.

Über dem Marktplatz in Schedschaija stieg dichter schwarzer Rauch auf, auch ein nahegelegenes Gebäude stand in Flammen. Rund um den Markt waren Rettungskräfte im Einsatz, um nach Verletzten zu suchen und die Toten zu bergen. Einer der leblosen Menschen trug laut der Agentur AFP eine Schutzweste, die ihn als Pressevertreter auswies.

Uno-Vize kritisiert israelischen Angriff auf Schule

Am Mittwochvormittag waren beim Beschuss einer Schule einer Uno-Hilfsorganisation im Flüchtlingslager Dschabalija mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Uno-Vizegeneralsekretär Jan Eliasson kritisierte Israel dafür scharf. "Alles deutet darauf hin, dass die Schule von israelischer Artillerie getroffen wurde", sagte der Schwede am Mittwoch in New York.

"Aber wir hatten die israelische Armee immer wieder auf die genaue Position der Schule und die Flüchtlinge darin hingewiesen." Die UN seien schockiert vom Angriff. "Wir müssen dieses Grauen stoppen. Wir sind an dem Punkt, an dem man sagen muss: Genug ist genug."

Laut einer Armeesprecherin in Tel Aviv ergab eine vorläufige Untersuchung des Vorfalls, dass militante Palästinenser in der Nähe der Schule Mörsergranaten auf israelische Soldaten abgefeuert hätten. Die Truppen hätten das Feuer erwidert.

Sprengfallen töten drei israelische Soldaten

Auch Israel hatte am Mittwoch erneut Opfer zu beklagen: Bei der Explosion von Sprengfallen wurden im Gaza-Streifen drei Soldaten getötet. Eine Armeesprecherin teilte mit, sie hätten in einem Haus einen verborgenen Tunnel entdeckt. Zwei in dem Gebäude versteckte Sprengsätze seien dann detoniert.

Bei anderen Vorfällen im Verlauf des Tages seien 27 Soldaten verletzt worden. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der israelischen Offensive im Gaza-Streifen getöteten Soldaten auf 56. Mehr als 100 Verletzte werden noch in Krankenhäusern behandelt.

Israel warf der im Gaza-Streifen herrschenden Hamas vor, die vierstündige Waffenruhe am Mittwoch missbraucht zu haben. Insgesamt seien 26 Raketen auf Israel abgefeuert worden. Zwei davon habe die Raketenabwehr abgefangen.

fab/AFP/dpa/Reuters

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