Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Gazastreifen: Vier Kinder bei israelischem Luftangriff getötet

Mit den getöteten Kindern verwandte Mädchen: Mehr als 200 Tote innerhalb weniger Tage Zur Großansicht
REUTERS

Mit den getöteten Kindern verwandte Mädchen: Mehr als 200 Tote innerhalb weniger Tage

Als die Rakete einschlug, spielten sie Fußball am Strand: Bei einem israelischen Angriff auf den Gazastreifen starben vier palästinensische Jungen, mehrere wurden verletzt. Wenig später erklärte sich Israel zu einer Feuerpause bereit.

Gaza-Stadt - Nach dem Scheitern einer Waffenruhe hat Israel seine Angriffe auf Ziele im Gazastreifen verstärkt. Bei der Bombardierung eines Strandes in der Stadt Gaza sind vier Kinder getötet und mehrere weitere verletzt worden. Dies teilte der palästinensische Rettungsdienst mit.

Augenzeugen zufolge hatten die Kinder Fußball gespielt, als das Geschoss auf dem Strand einschlug. Die Kinder im Alter zwischen neun und elf Jahren hätten alle zur selben Familie gehört, hieß es.

Ein Sprecher der israelischen Streitkräfte sagte, der Vorfall werde noch untersucht. Nach Schätzungen der Hilfsorganisation "Save the Children" sind mindestens 25.000 Kinder im Gazatreifen und dem südlichen Israel durch die Kämpfe in der Region traumatisiert.

Nach Angaben des Hamas-geführten Innenministeriums aus Gaza trafen am Mittwoch Dutzende Luftschläge Israels Ziele im Gazastreifen. Insgesamt seien 30 Ziele angegriffen worden, unter anderem die Häuser von führenden Hamas-Kämpfern.

Fotostrecke

16  Bilder
Gaza-Krieg: Erneute Eskalation in Nahost

Die Vereinten Nationen forderten Israel kurz nach den Angriffen auf, einer mehrstündigen Waffenruhe aus humanitären Gründen zuzustimmen. Israel gab dieser Bitte statt, das Militär kündigte für Donnerstag eine sechsstündige Feuerpause an. Demnach soll es zwischen 10.00 Uhr und 16.00 Uhr Ortszeit (09.00 Uhr bis 15.00 Uhr MESZ) keine Angriffe auf Ziele in dem Palästinensergebiet geben. Die Hamas gab dazu zunächst keine Stellungnahme ab. Sie hatte zuvor eine von Ägypten vorgeschlagene Waffenruhe abgelehnt.

Hamas feuert Dutzende Raketen gen Israel

Die Zahl der Toten seit Beginn der israelischen Offensive gegen die islamistische Hamas vor acht Tagen stieg nach palästinensischen Angaben auf 214. Mehr als 1600 Palästinenser wurden verletzt. Auf israelischer Seite kam infolge des Raketenbeschusses ein Zivilist ums Leben.

Auch die Hamas feuerte Dutzende Raketen Richtung Israel. Die meisten davon wurden vom Abwehrsystem "Eisenkuppel" abgefangen. Zugleich lehnte die Organisation die ägyptische Initiative zu einer Waffenruhe nun auch offiziell ab. Israel war auf das Angebot erst eingegangen, hatte zuletzt jedoch wieder zu feuern begonnen, weil die Hamas die Waffenruhe nicht einhielt.

Zu Gesprächen über eine mögliche neue Feuerpause ist Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Kairo eingetroffen. Während des zweitägigen Besuches werde er unter anderem mit dem ägyptischen Präsidenten Abd al-Fattah al-Sisi zusammentreffen, hieß es aus palästinensischen Kreisen. Geplant ist auch eine Begegnung mit dem Vize-Leiter des Politbüros der Hamas, Mussa Abu Marzuk, sowie mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi. Anschließend will Abbas in die Türkei und die Golfstaaten weiterreisen.

kes/Reuters/dpa/AFP

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Karte
Fotostrecke
Krieg in Gaza: Kommandoaktionen gegen die Hamas

Fläche: 22.072 km²

Bevölkerung: 8,358 Mio.

Regierungssitz: Jerusalem

Staatsoberhaupt:
Reuven Rivlin

Regierungschef: Benjamin Netanjahu

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Israel-Reiseseite


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: