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Nahost-Konflikt: Ägypten legt Plan für Waffenruhe vor

Israelische Truppen beim Gazastreifen: Waffenruhe am Dienstag? Zur Großansicht
REUTERS

Israelische Truppen beim Gazastreifen: Waffenruhe am Dienstag?

Ägyptens Regierung ergreift im Nahost-Konflikt die Initiative. Kairo schlägt Israel und den Palästinensern eine Waffenruhe vor.

Tel Aviv/Gaza/Kairo/Amman - Eine Woche nach dem Ausbruch der Gewalt im Nahen Osten sucht die internationale Diplomatie nach Auswegen aus der Krise. Ägypten hat im Gaza-Konflikt nach Angaben des Außenministeriums jetzt einen Plan für eine Waffenruhe ab Dienstagmorgen vorgelegt.

Die Vereinbarung, die Israelis und Palästinenser noch billigen müssen, sieht demnach vor, dass die Feuerpause um 8 Uhr MESZ beginnt. Innerhalb von 48 Stunden sollten hochrangige Delegationen aus Israel und den palästinensischen Gebieten nach Kairo reisen, um indirekte Gespräche zu führen.

Das israelische Sicherheitskabinett trifft sich laut der israelische Tageszeitung "Haaretz" am Dienstagmorgen, um über den von Ägypten vorgelegten Fahrplan zu beraten.

Die US-Regierung warnte Israel vor einer Bodenoffensive im Gazastreifen. Durch eine solche Offensive würde die Zahl der gefährdeten Zivilisten weiter erhöht, erklärte das Weiße Haus.

Allein in der Nacht zum Montag attackierte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben 40 Ziele im Gazastreifen. Allerdings wurden die Angriffe spürbar weniger, auch die Hamas feuerte weniger Raketen auf Israel ab. Seit der jüngsten Eskalation der Gewalt gingen fast 780 Raketen auf Israel nieder, 200 konnten abgewehrt werden.

Am Montagabend wurde der Norden Israels erneut von einer Rakete aus dem Libanon getroffen - es ist bereits das vierte Geschoss, das aus dem Nachbarland abgefeuert wurde. Berichte über Verletzte oder Tote gab es zunächst nicht.

Zahl der Toten steigt auf 184

Die Opferzahl der israelischen Luftangriffe im Gazastreifen hat am Montag die Zahl der Toten während des letzten bewaffneten Konflikts im Jahr 2012 überstiegen. Es seien fünf weitere Palästinenser getötet worden, womit während des siebentägigen Militäreinsatzes 184 Menschen ums Leben gekommen seien, teilten palästinensische Rettungskräfte mit.

US-Außenminister John Kerry reist am Dienstag nach Ägypten, um Möglichkeiten zur Friedensvermittlung auszuloten. Im Bemühen um eine politische Lösung des Konflikts flog Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Montag nach Amman, wo er seinen jordanischen Kollegen Nasser Dschudeh traf. "Wir müssen dringend nach Wegen suchen, aus dieser Spirale der Gewalt herauszukommen", sagte Steinmeier.

Er dämpfte allerdings Erwartungen an die deutschen Bemühungen. "Wir sind hier nicht in einer Vermittlungs- oder Mediatorenrolle", sagte er in Jordanien zum Auftakt seiner Reise, die ihn am Dienstag nach Israel und ins Westjordanland führen wird.

Auslöser der jüngsten Eskalation der Gewalt waren die Entführung und Ermordung von drei israelischen Teenagern und der mutmaßliche Rachemord an einem palästinensischen Jungen.

sun/dpa/AFP/Reuters

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Krieg in Gaza: Kommandoaktionen gegen die Hamas

Fläche: 22.072 km²

Bevölkerung: 8,358 Mio.

Regierungssitz: Jerusalem

Staatsoberhaupt:
Reuven Rivlin

Regierungschef: Benjamin Netanjahu

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