Israelische Luftwaffe Größte Offensive im Gazastreifen seit 2014

"Wir werden die Intensität der Angriffe wenn nötig verstärken": Israels Premier Netanyahu droht der Hamas im Gazastreifen. Nach den schweren Bombardements soll es nun eine Feuerpause geben.

Raketenangriff im Gazastreifen
DPA

Raketenangriff im Gazastreifen


Die israelische Luftwaffe hat am Samstag nach eigenen Angaben die schwersten Angriffe seit dem Gaza-Krieg 2014 auf die von der radikalislamischen Hamas kontrollierte Mittelmeerenklave geflogen.

Ein Armeesprecher hatte am Samstag zunächst gesagt, es habe sich um den größten Tageslichteinsatz der Armee seit dem Gaza-Krieg gehandelt. Unter anderem seien zwei Tunnel und ein Hauptquartier der Hamas getroffen worden. Nach Angaben der Hamas wurden zwei palästinensische Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren getötet.

Der Armeeeinsatz "Protective Edge" (Schutzlinie) hatte im Juni 2014 begonnen und 50 Tage lang gedauert. Dabei wurden mehr als 2100 Palästinenser getötet, ein Großteil davon Zivilisten. Auch 74 Israelis starben, die meisten von ihnen waren Soldaten.

Hundert Raketen und Granaten auf Israel

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat unterdessen mit einer Verschärfung der aktuellen Angriffe gedroht, sollten Raketenangriffe militanter Palästinenser auf Israel andauern.

Bei einer Beratung mit Verteidigungsminister Avigdor Lieberman und der Armeespitze habe man sich "für einen entschlossenen Einsatz gegen den Hamas-Terror entschlossen", sagte Netanyahu. "Wir werden die Intensität der Angriffe wenn nötig verstärken", ergänzte er.

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben nach Armeeangaben am Samstag insgesamt hundert Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. In der Grenzstadt Sderot wurden nach Medienberichten ein Haus und eine Synagoge getroffen. Drei Menschen erlitten nach Armeeangaben Verletzungen.

Am Samstagabend erklärte die Hamas, mit Israel eine Feuerpause vereinbart zu haben. Die Organisation habe ein entsprechendes Vermittlungsangebot von Ägypten angenommen, erklärte ihr Sprecher Fausi Barhum. Ein Sprecher der israelischen Armee sagte dazu lediglich, das weitere Vorgehen der Armee hänge von der Lage vor Ort ab.

dop/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.