Gazastreifen Hamas übergibt Kontrolle über Grenzübergang

Das Versöhnungsabkommen zwischen Hamas und Fatah wird umgesetzt: Die Palästinenserorganisation hat die Grenzverwaltung im Gazastreifen übernommen. Bis Dezember sollen weitere Schritte folgen.

Passkontrolle an Grenzübergang zwischen Gazastreifen und Ägypten
AFP

Passkontrolle an Grenzübergang zwischen Gazastreifen und Ägypten


Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat die Kontrolle des Grenzübergangs zwischen dem Gazastreifen und Ägypten an die Palästinenserbehörde übergeben. Insgesamt geht es um fünf Grenzkontrollpunkte, von denen zwei allerdings seit Langem geschlossen sind.

"Von nun an ist die palästinensische Einheitsregierung komplett zuständig für die Grenzübergänge des Gazastreifens", sagte Hischam Odwan von der Grenzbehörde. Ab sofort werden laut Odwan statt bewaffneten Hamaskräften an den Grenzpunkten Sicherheitskräfte der Palästinenserbehörde präsent sein.

Israel teilte mit, man plane ein Treffen mit Vertretern der Palästinenserbehörde wegen der künftigen Kontrolle von zwei Grenzübergängen. Dabei solle es um gemeinsame Arbeitsabläufe und israelische Sicherheitsbedürfnisse gehen. Bisher gab es auch bezüglich der Grenzkontrolle keinen direkten Austausch zwischen Israel und der Hamas.

Palästinenserbehörde soll komplette Verwaltung übernehmen

Die beiden größten Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas hatten am 12. Oktober in Kairo ein Versöhnungsabkommen vereinbart. Ziel ist eine einheitliche Herrschaft im Gazastreifen und im Westjordanland. Die palästinensische Regierung von Präsident Mahmoud Abbas soll bis zum 1. Dezember die vollständige Verwaltung des Gazastreifens übernehmen.

Die Vereinten Nationen begrüßten die Übergabe der Grenzkontrolle. "Das ist eine entscheidende Entwicklung in der Umsetzung der innerpalästinensischen Vereinbarung, die am 12. Oktober in Kairo unterzeichnet wurde", sagte der Uno-Nahostgesandte Nikolay Mladenov. Er forderte die Aufhebung der Blockaden durch Israel und Ägypten. Dabei sollten Israels berechtige Sicherheitsbedenken im Blick behalten werden, sagte er. Die internationale Gemeinschaft solle sich verstärkt um den Wiederaufbau des Küstengebietes bemühen.

cte/dpa



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