Gazastreifen Israel bombardiert Hamas-Ziele - drei Tote

Als Reaktion auf einen Sprengsatz an der Grenze hat die israelische Luftwaffe Hamas-Ziele im Süden des Gazastreifens angegriffen. Dabei sollen drei Palästinenser getötet worden sein.

Ausschreitungen im Gazastreifen (Archivbild)
AFP

Ausschreitungen im Gazastreifen (Archivbild)


Die israelische Luftwaffe hat im Gazastreifen in der Nacht zu Sonntag und am Sonntag Stellungen der radikalislamischen Hamas im Süden angegriffen. Dabei sollen drei Palästinenser getötet und mehrere verletzt worden sein. Ein Sprecher des örtlichen Gesundheitsministeriums teilte mit, ein Gebiet in der Nähe von Chan Junis sei beschossen worden.

Bei den getöteten Palästinensern handelte es sich dem Ministerium zufolge um zwei 25-Jährige und einen 28-Jährigen. Mindestens zwei von ihnen waren Mitglieder der Al-Kuds-Brigaden, des bewaffneten Arms des Islamischen Dschihads, wie die Gruppe bekannt gab.

Laut der israelischen Armee sei ein militärischer Aussichtsposten das Ziel des Angriffs gewesen. Es handele sich um eine Reaktion auf die Explosion eines von Palästinensern gelegten Sprengsatzes an der Grenze. Durch diesen sei aber niemand verletzt worden.

Zuvor hatten vier palästinensische Jugendliche am frühen Samstagmorgen den Grenzzaun zu Israel durchschnitten und einen israelischen Soldaten angegriffen. Darüber hinaus war Berichten zufolge ein an einem Lenkdrachen befestigter Brandsatz vom Gazastreifen nach Israel gesteuert worden, durch den ein Feuer in einem Wald ausgelöst wurde.

Schwere Konfrontationen

Die Spannungen an der Grenze sind seit dem 30. März stark gestiegen. An diesem Tag begannen die Palästinenser Proteste, bekannt unter dem Namen "Marsch der Rückkehr". Sie fordern Zugang in das heutige israelische Staatsgebiet, das von ihnen beansprucht wird. Israel lehnt diesen Anspruch ab.

Die israelische Regierung wirft der radikalislamischen Hamas vor, die Demonstrationen organisiert zu haben. Die Hamas benutze Zivilisten als menschliche Schutzschilde und bringe Minderjährige wissentlich in Gefahr, hieß es. Die Soldaten würden die Grenze gegen die islamistischen Kämpfer verteidigen. Auf die Proteste reagiert der Staat mit Härte. Mittlerweile wurden mehr als 120 Palästinenser dabei getötet und mehr als 13.000 verletzt.

20-jähriger Soldat im Westjordanland getötet

Die israelische Armee hatte am Samstag mitgeteilt, ein 20-jähriger Soldat sei an Verletzungen gestorben, die er bei einer Razzia im Westjordanland erlitten hatte. Das Mitglied einer Eliteeinheit war bei dem Einsatz in einem Flüchtlingslager bei Ramallah von einem "schweren Objekt" getroffen worden. Nach Medienberichten handelte es sich um eine Marmorplatte, die ein Palästinenser ihm aus dem dritten Stock auf den Kopf geworfen hatte.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu drückte "tiefes Bedauern" über den Tod des Soldaten aus. Die Armee sucht weiter nach dem Tatverdächtigen.

gru/dpa/AP/AFP/Reuters



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