Krieg in Nahost Gaza unter heftigem Beschuss

Israels Armee hat Ziele im südlichen und zentralen Gaza-Streifen in der Nacht massiv attackiert. Auch das Haus des Hamas-Spitzenpolitikers Hanija soll zerstört worden sein.


Tel Aviv/Gaza - Fernsehbilder zeigten, wie Leuchtmunition den Nachthimmel erhellte, Drohnen Gebiete im Gaza-Streifen sondierten. Schwere Explosionen und Schüsse waren zu hören. Gaza erlebte nach Augenzeugenberichten eine der bisher heftigsten Bombennächte - das israelische Militär attackierte Ziele im Küstenstreifen mit Artillerie und aus der Luft. Nach Medienberichten wurden etwa 150 Ziele im Gazastreifen angegriffen.

Nach palästinensischen Angaben wurde auch das Haus des Hamas-Spitzenpolitikers Ismail Hanija getroffen. Hanija war 2006 Ministerpräsident in dem von der radikalislamischen Hamas beherrschten Gaza-Streifen geworden. Weder Hanija noch seine Familie seien zu Hause gewesen, als das Haus von Raketen zerstört wurde, berichtete der Hamas-Fernsehsender al-Aksa-TV.

Eine Sprecherin der israelischen Armee sagte, ihr lägen keine Informationen zu dem Vorfall vor.

Nach Angaben der Hamas wurde auch das Gebäude von al-Aksa-TV angegriffen. Der Sendebetrieb gehe aber weiter. Drei heftige Explosion hätten das Haus erschüttert, berichtete der CNN-Korrespondent.

Raketenalarm in Tel Aviv

Die Hamas setzte ihren Raketenbeschuss ungeachtet der heftigen Attacken auf Israel fort: In Tel Aviv gab es am frühen Dienstagmorgen erstmals seit Freitag wieder Luftalarm. In der Region seien mehrere Explosionen zu hören gewesen, berichteten israelische Medien. Über Schäden ist derzeit nichts bekannt. Auch in anderen Orten in Israel heulten bis in die frühen Morgenstunden Sirenen.

Die israelische Armee hatte am Montag die Einwohner in Teilen des Gaza-Streifens zur sofortigen Räumung ihrer Häuser aufgerufen. Die Warnungen seien an Palästinenser in Sadschaija, Saitun und dem östlichen Teil von Dschebalia sowie in Beit Lahija und Beit Hanun im nördlichen Gaza-Streifen geschickt worden, teilte das Militär mit.

Die Zivilisten sollten sich ins Zentrum von Gaza-Stadt begeben, hieß es in den Warnbotschaften, die per Telefon oder SMS übermittelt wurden - Zeichen, dass massive Angriffe bevorstehen.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte, die in Gaza arbeitenden Organisationen der Vereinten Nationen hätten nicht die Ressourcen, einen zusätzlichen riesigen Zustrom verzweifelter Menschen zu bewältigen oder ihnen Hilfe zu gewähren. Ban betonte erneut, dass die Feindseligkeiten beendet werden müssten.

Zahl der Opfer steigt

Nach palästinensischen Angaben stieg die Zahl der Opfer in der Nacht weiter auf über 1100 Menschen: Im zentralen und südlichen Gaza-Streifen seien mindestens 16 Menschen getötet worden. 50 weitere seien verletzt worden, berichteten Sanitäter und Augenzeugen. Der Sprecher des palästinensischen Rettungsdienstes, Aschraf al-Kidra, sagte, bei einem Luftangriff im zentralen Gaza-Streifen seien neun Palästinenser getötet und 40 verletzt worden. In Rafah im Süden seien sieben Mitglieder einer Familie gestorben. Zehn seien verletzt worden. Die radikale Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad teilte mit, in der Stadt auch sei ein ranghoher Kommandeur der Gruppierung getötet worden. Sanitätern zufolge wurden mindestens 15 Palästinenser bei Luftangriffen im Westen von Gaza-Stadt verletzt.

Nach Angaben des israelischen Militärs vom frühen Dienstagmorgen wurden bisher 53 israelische Soldaten getötet. Am Montag seien es zehn gewesen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Montag in einer Fernsehansprache gesagt, sein Land müsse sich auf einen langwierigen Konflikt im Gaza-Streifen vorbereiten. "Wir werden den Einsatz nicht beenden, bevor wir die Tunnel (der Hamas - Anm. d. Redaktion) zerstört haben", erklärte er. "Die israelischen Bürger können nicht unter der Bedrohung durch Raketen und Tunnel leben - unter Todesdrohung von oben und von unten", fügte er hinzu. Eine Lösung könne es nur mit einer Entmilitarisierung des Palästinensergebietes geben.

Führende westliche Nationen forderten eine sofortige, bedingungslose und humanitäre Waffenruhe. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte bereits am Montagmorgen einstimmig eine "sofortige und bedingungslose humanitäre Waffenruhe" zwischen Israel und der Hamas verlangt. Die Konfliktparteien sollten die Kampfhandlungen einstellen, um Hilfe möglich zu machen, hieß es in einer Erklärung des Uno-Gremiums.

Am Dienstag soll eine hochrangige palästinensische Delegation in Ägypten über eine Waffenruhe zwischen Israel und den militanten Palästinensern diskutieren, erklärte ein hochrangiger palästinensischer Funktionär, der namentlich nicht genannt werden wollte. Angeblich soll auch ein Vertreter der Hamas dabei sein.

heb/dpa/Reuters/AFP

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samoudi 29.07.2014
1. Die Palästinenser auf der Flucht !
Wo können die Palästinenser noch flüchten?? Auch spielende Kinder sind Ziele der technisch hochgerüsteten israelischen Armee. Gestern (28-7) wurden 10 Kinder (3 – 7 Jahre alt) in einem Garten in Gaza beim Spielen mit zwei Raketen getötet. Bis gestern (28.7.14) hat Israel mindestens das Leben von insgesamt 1044 Palästinenser ausgelöscht. Die meisten davon Kinder, Frauen und alte Leute. Auch 7000 Palästinenser wurden verletzt über 250.000 sind geflüchtet aus Angst um ihr Leben. Wenn das alles kein Kriegsverbrechen ist, weiß ich nicht.
Pixopax 29.07.2014
2.
Hanija sitzt im sicheren Bunker, wie Meschaal im Luxus in Katar wohnt. Die Bevölkerung wird geopfert, für nichts als Ehre. Die Hamas könnte angesichts der Entschlossenheit der Israelis ihren Beschuss einstellen, alle Waffen übergeben und die Tunnel zerstören lassen, die totale Zerstörung könnte damit sofort abgewendet werden.
bekkawei 29.07.2014
3.
Zitat von PixopaxHanija sitzt im sicheren Bunker, wie Meschaal im Luxus in Katar wohnt. Die Bevölkerung wird geopfert, für nichts als Ehre. Die Hamas könnte angesichts der Entschlossenheit der Israelis ihren Beschuss einstellen, alle Waffen übergeben und die Tunnel zerstören lassen, die totale Zerstörung könnte damit sofort abgewendet werden.
Die muessten noch weiter gehen und die Ausloeschung Israels als hochstes zu erreichendes Ziel aus ihrer Charta streichen. Dann kann man sich zusammensetzen und ueber einen eigenen Staat reden.
nachdenklichh10 29.07.2014
4. und Katar lacht sich ins zynische Fäustchen...
als menschenverachtender Geldgeber der Hamas. Bei dem finanziellen Gegenwert einer Kazam Rakete könnte vielen Palästinensern geholfen werden. Aber statt in humanitäre Güter zu investieren baut man lieber Tunnel und investiert in Raketen und benutzt Menschen als lebendige Schutzschilde. Niemand tut mehr zum Schutze von Zivilisten als Israel und niemand weniger als die Hamas. Alles Fakten.
pingu67 29.07.2014
5.
Es ist von beiden Seiten eine Schande.
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