Gazastreifen Israelische Armee erschießt drei Palästinenser an Absperrung

Sie sollen einen Sperrzaun durchbrochen und Sprengsätze geworfen haben: Soldaten der israelischen Armee haben an der Grenze zum Gazastreifen drei Palästinenser erschossen.

Massenproteste an der Grenze zu Israel
MOHAMMED SABER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Massenproteste an der Grenze zu Israel


Seit Wochen kommt es an der Grenze zum Gazastreifen zu tödlichen Zusammenstößen: Am Sonntag erschoss die israelische Armee nach eigenen Angaben drei Palästinenser, die einen Sperrzaun durchbrechen wollten.

Zwei mutmaßliche Islamisten sollen demnach die Absperrung durchbrochen und Sprengsätze in Richtung der israelischen Soldaten geschleudert haben.

Kurz zuvor sei ein anderer Mann bei einem versuchten Grenzübertritt erschossen worden. Ein Vierter sei verletzt und festgenommen worden. Zuletzt hatten am Freitag Hunderte von Menschen im Norden des Gazastreifens versucht, auf israelisches Gebiet vorzudringen.

Israel hatte die palästinensische Bevölkerung immer wieder gewarnt, sich dem Grenzzaun zu nähern. Unter anderem mit Flugblättern: "Ihr beteiligt euch an gewaltsamen Unruhen", heiße es darin. "Die Hamas-Terrororganisation nutzt euch aus, um Terroranschläge zu verüben." Die Armee versuche, die Verluste zu begrenzen, werde aber keine Beschädigung der israelischen Sicherheitseinrichtungen dulden.

Seit Ende März sind laut Gesundheitsministerium in Gaza 49 Palästinenser getötet und rund 7000 verletzt worden. Auslöser der Proteste ist der 70. Jahrestag der israelischen Staatsgründung. Die Palästinenser sehen diese als Katastrophe an, weil 1948 Hunderttausende von ihnen fliehen mussten oder vertrieben wurden. Sie pochen auf ein "Recht auf Rückkehr" in das heutige israelische Staatsgebiet. Israel lehnt dies ab.

mho/dpa



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