Gazastreifen Israels Armee entdeckt neuen "Terrortunnel"

Vom Gazastreifen aus bohren Islamisten unterirdische Gänge nach Israel, um dort Anschläge zu verüben. Jetzt hat das Militär einen Tunnelausgang entdeckt - den ersten seit Ende des Gazakrieges.

Israelische Soldaten mit Bagger (Screenshot)
IDF

Israelische Soldaten mit Bagger (Screenshot)


Ein Ziel des israelischen Gazakrieges gegen die Hamas vor zwei Jahren war es, die Tunnel der Islamisten zu zerstören, mit deren Hilfe sie Attentate in Israel verübten.

Nun hat Israels Armee den ersten neuen "Terrortunnel" der im Gazastreifen herrschenden Hamas seit dem Gazakrieg gefunden. Der mehrere hundert Meter lange Gang sei im Süden Israels im Grenzgebiet zu der Palästinenserenklave am Mittelmeer entdeckt worden, teilte Militärsprecher Peter Lerner am Montag mit. "Wir haben den Tunnel auf israelischem Gebiet unbrauchbar gemacht."

Es habe sich demnach um einen neuen, von der Hamas gebauten Gang gehandelt. Der Tunnel habe sich in 30 bis 40 Metern Tiefe befunden und sei mit Elektrizität, einer Luftzufuhr und Kommunikationsverbindungen ausgestattet gewesen. Er sei vergleichbar mit denen, die Israel während des Gazakrieges entdeckt hatte.

Video der Israelischen Armee soll Tunnelzerstörung zeigen:

Der Krieg im Sommer 2014 zwischen Israel und der Hamas hatte 50 Tage gedauert. Durch die Attacken der israelischen Luftwaffe und die Angriffe der Hamas starben rund 2200 Menschen in Gaza und 70 in Israel . Im Verlauf des Waffengangs waren mehr als 30 sogenannte Angriffstunnel entdeckt und unbrauchbar gemacht worden. Die unterirdischen Röhren dienten der Hamas dazu, trotz der Blockade des Gazastreifens Attentate in Israel zu verüben.

Gazakrieg 2014

Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon warnte die Hamas vor einem Angriff auf Israel. "Wir haben keine Illusionen über die Absichten der Hamas", sagte Jaalon. Sollten die Hamas Israel herausfordern, werde Israel hart zurückschlagen. Die radikalislamische Palästinenserorganisation hatte Mitte 2007 die alleinige Macht im Gazastreifen an sich gerissen.

cht/dpa

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