Uno-Warnung Gazastreifen könnte bis 2020 unbewohnbar werden

Die Vereinten Nationen warnen vor einer humanitären Katastrophe im Gazastreifen: Die Lebensbedingungen seien so schlecht, dass das Gebiet innerhalb der nächsten fünf Jahre unbewohnbar werden könnte.

Kinder im Gazastreifen: "Keine Zeit für vernünftigen Wiederaufbau"
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Kinder im Gazastreifen: "Keine Zeit für vernünftigen Wiederaufbau"


Die Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (Unctad) fordert die Aufhebung der Blockade des Gazastreifens. Andernfalls drohe das Gebiet bis 2020 unbewohnbar zu werden.

In ihrem in Genf veröffentlichten Jahresbericht schreibt Unctad, die drei israelischen Militäroffensiven seit dem Jahreswechsel 2008/2009 hätten im Gazastreifen wirtschaftliche Verluste in fast dreifacher Höhe des Wirtschaftsvolumens verursacht.

Die 2006 von Israel verhängte Blockade habe die "bereits geschwächte Infrastruktur des Gazastreifens verwüstet, keine Zeit für vernünftigen Wiederaufbau oder wirtschaftliche Erholung gelassen" und zur weiteren Verarmung der palästinensischen Bevölkerung beigetragen. Die derzeitige Lage dort hinsichtlich der wirtschaftlichen Sicherheit und der Lebensbedingungen ist laut Unctad die schlechteste seit 1967, als Israel das Gebiet im Sechstagekrieg von Ägypten eroberte.

Ohne Beendigung der Blockade werde auch die Unterstützung internationaler Geber die Situation im Gazastreifen nicht umkehren können, heißt es in dem Bericht. Selbst vor dem israelischen Militärangriff 2014, der eine weitere Zerstörung der Infrastruktur des Gazastreifens zur Folge hatte, wurde der dortige Strombedarf demnach nicht einmal zu zwei Fünfteln gedeckt.

Die Arbeitslosenrate stieg im vergangenen Jahr auf die bisherige Höchstmarke von 44 Prozent, bei jungen Frauen lag sie sogar bei mehr als 80 Prozent. 72 Prozent aller Haushalte in Gaza haben mit Nahrungsmittelunsicherheit zu kämpfen. Die Zahl der vollständig auf Uno-Lebensmittelhilfen angewiesenen palästinensischen Flüchtlinge stieg dem Bericht zufolge von 72.000 im Jahr 2000 auf 868.000 im Mai 2015.

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syd/AFP/AP



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