Gazastreifen Mehrere Palästinenser bei Explosion getötet

Seit Wochen kommt es im Gazastreifen zu heftigen Ausschreitungen. Nun starben vier militante Palästinenser bei einer Detonation. Israel dementiert eine Attacke.

Proteste im Gazastreifen
DPA

Proteste im Gazastreifen


Bei einer Explosion an der Grenze zu Israel sind am Samstag nach Angaben der Behörden im Gazastreifen vier militante Palästinenser um Leben gekommen. Die Detonation östlich von Rafah sei durch einen israelischen Angriff verursacht worden, teilte das Gesundheitsministerium der radikalislamischen Hamas in Gaza mit.

Ein Sprecher der israelischen Armee dementierte eine Attacke des Militärs. Es habe in dem Gebiert keine israelischen Angriffe gegeben. Zuvor hatte sich Israel wiederholt zu Angriffen im Gazastreifen bekannt.

Die Spannungen an der Grenze zwischen dem Palästinensergebiet und Israel waren vor zwei Wochen eskaliert. Seit dem 30. März wurden mindestens 34 Palästinenser durch die israelische Armee getötet, die meisten von ihnen bei Protesten entlang der Grenze zu Israel.

Tausende Demonstranten entlang der Grenze

Bei neuen Demonstrationen am Freitag wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 950 Palästinenser verletzt. Ein Demonstrant erlag seinen Verletzungen. Die meisten der Verletzten litten den Angaben zufolge nach dem Einsatz von Tränengas an Atembeschwerden. Etwa 120 Palästinenser wurden durch Schüsse verletzt.

Etwa 10.000 Palästinensern hatten an den Ausschreitungen gemäß der israelischen Armee teilgenommen. Sie schwenkten demnach Palästinenserflaggen, verbrannten Reifen und israelische Fahnen. Es habe mehrere Versuche gegeben, die Grenzanlage zu beschädigen oder durchbrechen. Palästinenser hätten auch Brandsätze geworfen.

Die Palästinenserproteste sollen noch bis Mitte Mai andauern. Israel feiert am 14. Mai den 70. Jahrestag seiner Staatsgründung. Am gleichen Tag soll die US-Botschaft auf Beschluss von US-Präsident Donald Trump von Tel Aviv nach Jerusalem umziehen.

koe/dpa/AFP



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