Freitagsprotest im Gazastreifen Zwei palästinensische Jugendliche erschossen

An der Grenze zum Gazastreifen haben Angehörige des israelischen Militärs zwei Palästinenser getötet. Die Freitagsproteste dauern seit knapp einem Jahr an, mehr als 250 Menschen wurden schon getötet.

Palästinensische Demonstranten bei Zusammenstößen mit der Israelischen Armee
MOHAMMED SABER/EPA-EFE/REX

Palästinensische Demonstranten bei Zusammenstößen mit der Israelischen Armee


Zwei palästinensische Jugendliche sind am Freitag von israelischen Truppen bei Zusammenstößen an der Grenze zum Gazastreifen erschossen worden. Einem 14-Jährigen sei östlich der Flüchtlingssiedlung Chan Junis in die Brust geschossen worden, erklärte das Gesundheitsministerium von Gaza. Ein 18-Jähriger sei kurz darauf östlich von Gaza-Stadt durch einen Schuss in den Nacken getötet worden.

Das Gesundheitsministerium fügte hinzu, dass außerdem seien 17 Palästinenser bei Protesten an der Grenze durch Schüsse verletzt worden sind. Die Proteste, die im März 2018 begannen, wurden zu einem wöchentlichen Ereignis. Dadurch gibt es seit fast einem Jahr an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel regelmäßig Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der israelischen Armee. Mindestens 249 Palästinenser und zwei israelische Soldaten wurden nach Angaben des Ministeriums seitdem getötet und Tausende verletzt.

Israelis hätten "entsprechend der Standard-Einsatzanweisung geschossen"

Israels Armee wollte die zwei neusten Todesfälle nicht kommentieren, sprach aber von etwa 6700 "Randalierern und Demonstranten", die entlang der Grenze protestiert hätten. "Sie werfen Steine auf die Truppen und den Sicherheitszaun sowie einige Brandsätze, die es aber nicht über den Zaun geschafft haben", sagte ein Sprecher. Die Soldaten hätten "entsprechend der Standard-Einsatzanweisung geschossen".

Die Palästinenser fordern von Israel, seine Blockade der Enklave zu beenden. Israel argumentiert, es beschütze seine Grenzen, und wirft der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas vor, die Demonstrationen zu steuern.

mal/AFP/dpa



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